Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1865-1866)
- Issue
- Heft 2 (November 1865)
- Article
- Die Politik der "Vergewaltigung"
- Date
- 1865-11-01
- Page
- 64 (sequence 2)
- Language
- German
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64 Die Politik der ״Vergewaltigung", feste Stadt — es braucht nur den Erdwall aufzuwerfen — und ha! sie inne! — Da versteigt in schwindelnde Höhe sich sein Geist — er fällt in Schuld — denn im Anblick des Gelingens all' seiner Pläne wird zum Gotte ihm seine Kraft. — Gott aber — von jeher — erziehend die Menschheit — imnahbar in Heiligkeit; und auch die Menschheit — Er wird sie nicht verderben lassen; — wohl!wissen wir es, zur Strafe ist der Gewaltige gesandt und zum Fels der Erziehung ist er bestellt. — Gottes Waltung, sie will ja die Herrschaft des Reinen, nicht des Schlechten, und das vergebliche Ringen der Menschen, sie will es nicht! — Und doch — doch schaut Er zu der Politik des Treulosen, schweigt wenn der Gewaltthätige plündert den, der besser ist als er! Und doch giebt Er den Menschen ihm preis wie Fische des Meeres, herrenlos — wie den Wurm der Erde lasset Er ihn sein! — — Schon hat des listigen Mächtigen Angel ihn gefaßt, wird er ihn auch scharren in sein Garn und aufnehmen in sein Netz und des freuen sich und jubeln? Soll er noch ferner und dann um so mehr in den Werkzeugen seiner Macht die Bedingung seiner Existenz vergöttern, opfern dem Netze seiner Politik, denr Garne seiner Klugheit das Räucherwerk streuen? Sind ja sie, so meint er, allein die Hebel seines Lebensglückes — lassen ja sie seine Pläne gelingen! — Wird er von Neuem sein Netz entleeren, um fort und fort Nationen zu vernichten — schonungslos! —? — Noch aber i st der Zukunft das vorausbestellte Ziel! — Wenn auch unsichtbar, mit nur Haucheskraft der Zeiten Zug dahin — unverrückbar bleibt's dasselbe, — zögert auch der Schritt dahin —: harre sein, es kommt, kommt gewiß und bleibt nicht aus! Denn siehe! Nur äußerlich erhalten ist des Gewalthätigen Lebenskraft, und in der Fülle seiner Macht, ist unbefriedigt sein Inneres; — Leben, — nur der Gerechte gewinnt es in der Unerschütterlichkeit seiner Gerechtigkeit. — Und wenngleich in Genußesverbiendung der Gewaltige berückt die Menschen, stolz auf seine Stärke, — er findet doch nicht seine Stätte! Und!venu auch unermeßlich wie Grabesweite seine Pläne, und wie der Tod unersättlich sein Verlangen, wenn auch er geraubt die Macht der Völker all', der Nationen Leben sein Wille beherrscht — f t e eben erheben i