Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1865-1866)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1865)
- Article
- Die Verjudung des christlichen Staates [Rezension]
- Date
- 1865-10-01
- Page
- 27 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2932754-2932961-2932963-2949654--09731-2949696- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die Verjudung des christlichen, Staates. 27 jenes Staates der Intoleranz und des Fanatismus stch befinden. Und doch ist ihre Sache eine verlorene und daß fie es ist, bekundet ihr Verthcidiger selbst. Bet aller Arroganz, mit der er den Juden zum Mephisto stempelt, bei aller Kühnheit mit der er die Emancipation (die im Wesen des christlichen Staates begründet sein soll) als verfrüht geübt bezeichnet, verwahrt er fich doch am Schluffe dagegen, als wolle er für den Juden die Rückkehr aller Beschränkungen, er will komisch genug — bekanntlich besteht das Wesen des des Komischen im Kontrast — nur vollständige Freigabe der Heirath zwtschln Juden und Christen, dann werde von selbst das Judenthum aufhören. Dazu also die ganze Expektoration!?srturiunt nrontss, die Juden haben kein Leben, kein Vaterland, keine Moral, keine Pietät, keinen Humor, nicht einmal Verstand — und mit eben dieser verworfenen Race, der Alles abgeht, was den Menschen zum Menschen macht, wollt Ihr Euch verschwägern, seit großmüthig genug, um ihrer Besserung willen Eure Töchter zu Gattinnen reiner Erwerbsmenschen zu machen, Eure Söhne Frauen zu geben, die ohne Gemüth erzogen und herangebildet find? Wahlrlich, großmüthig, so großmüthig, daß wir kaum an das Ernstliche dieses Vorschlages zu glauben vermögen, jedenfalls aber auf's entschiedenste dafür danken im Namen des Zudenthums, das in dem von Religion und Pietät durchgeistigten Familienleben von jeher seine feste Stütze gefunden und das, solange cs dieses besitzt, keinen Haman zu fürchten braucht. N.