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Jeschurun · 1865-10-01 · Heft 1 (Oktober 1865) · p. 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1865-1866)
Issue
Heft 1 (Oktober 1865)
Article
Die Verjudung des christlichen Staates [Rezension]
Date
1865-10-01
Page
24 (sequence 6)
Language
German
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24 Die Verjüdung des christlichen Staates. erwerb Sinn gehabt hätte, in welchem Falle ja eine solche Gesetzgebung niemals bei ihm hätte Eingang finden können. Und wir wissen es ja, wissen es aus der Zeit des zweiten Tempels namentlich sehr genau, daß diese Vorschriften nicht allein Vorschriften geblieben, sondern auf's genaueste beobachtet sind, wissen, daß mit dem Untergange des jüdischen Staates der Sinn für Wohlthätigkeit nicht dem jüdischen Volke entschwuuden und daß noch in unseren Tagen die jüdische Liebe, die keine übertriebenen Forderungen an uns stellt, aber ihre Forderungen verwirklicht sehen will, wach und lebendig ist. — Gern gestehen wir zu, daß das Streben nach Erwerb und Besitz, ein Streben, das in jedem Menschen ruht, auch im Juden lebt und gelebt hat; daß aber der Jude nicht aufgegangen in dieses Streben, davon liefert uns die jüdische Wohlthätigkeit den besten Beweis. Dann aber mochten wir uns erlauben, noch auf einen Umstand hinzuweisen. Würde ein Volk, das allen idealen Bestrebungen entfremdet, nur dem materiellen Wirken und Schaffen lebt, überhaupt die Fähigkeit gehabt haben, seinem Gesetze, sich selbst treu zu bleiben in einer Zeit, wo der Abfall vom Gesetze ihm die glänzendsten Aus- 'sichten ervffnete, während die Gesetzestreue ihm ein Leben voll Verächtüng, voll Sorge, voll Noth in sicherste Aussicht stellte? — Wenn man aber vielleicht den Widerstand gegen den Religionswechsel etwa einem Festhalten am nationalen Princip zuschreiben wollte, würde es denn möglich gewesen sein, daß ein Volk, welches nur das Idol des goldenen Kalbes zu verehren weiß, 1/6 seiner Zeit jeglicher Arbeit, jeglicher Erwerbsthätigkeit entzieht, wäre es möglich, daß ein solches Volk ein Familienleben voll Wärme und Tiefe, voll Hingebung und Aufopferung in seinem Kreise zeitigt? — Doch halt! Die Bedeutung, namentlich des letzten Punktes, scheint auch unser Verfasser gefühlt zu habend er gesteht zu, daß die Familie von jeher das Heiltgthum des Juden gewesen, obwohl er ״wenig von den zum Familienleben nothwendigen Eigenschaften besitzt." Der Mangel soll, wie weiter ausgesührt wird, namentlich im Fehlen jeglicher Liebe, jeglicher Pietät bestehen, im Charakter des Juden herrscht die Negätion, die Kritik, aber Positives schafft er nicht, er zerstört, aber baut nicht auf; hat Satyre, aber keinen Humor, Esprit aber keinen gesunden Menschenverstand. — Das ist die schmeichelhafte Schilderung die vom Juden entworfen wird. Denke man sich noch den

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