Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1864-1865)
- Issue
- Heft 11 (August 1865)
- Article
- Die hiesigen Hospitäler und die Juden
- Date
- 1865-08-01
- Page
- 367 (sequence 4)
- Language
- German
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36? Die hiesigen Hospitäler und die Juden. ße» konnten, wandte sich der Arzt an den jetzt verstorbenen damaligen Leiter der Anstalt selbst, um ihn in Anbetracht der so dringenden Lage zu einer Ansnahine von seiner Handlungsweise veranlassen. Allein weder seine inständigen Bitten, noch das Versprechen, daß er (der Arzt) selbst die Besorgung des Essens für die arme Kranke übernehmen wolle, vermochten es die Aufnahme der kreisenden Frau zu bewirken. Die Folge war, daß die arme Frau eine schwere Entbindung und ein nicht minder schweres Wochenbett unter Verhältnissen durchmachen mußte, wie man sie sich nicht gesundheitswidriger und schädlicher denken kann, und zwar weßhalb?— weil n>an sich hier nicht entschließen kann eine Toleranz zu üben, wie sie constatirt in den größten Mnsterspitäle rn Deutschlands, und zwar nicht in lauter republikanischeu Staaten, tag-täglich geübt wird. Hoffentlich reichen diese wenigen Zeilen hin, die Leiter unserer Heilanstalten, die ja sonst vom humansten Geiste beseelt sind, zu bestimmen, in Zukunft Kranken, denen ihr Gewissen es verbietet andere als koschere Kost zu genießen, zu gestattet, sich solche zu verschaffen, damit sie nicht fernerhin genöthigt werden, ihre Heilung mit Verletzung ihrer heiligsten Gewissenspflichten zu erkaufen. Man ordne einfach an, daß das von außen hereingebrachte Essen, wie es z. B. wie wir wissen im Juliushospitale wo sich häufig jüdische Patienten befinden geschieht, einer strengen Controle von. Seiten eines Hospitalsbeamten unterworfen werde, und man hat allen und jeden Bedenken vorgebeugt - - und eine Praxis geändert, die sich wie wir gezeigt, weder vom humanen noch vom rein medicinischen Stand- Punkt aus rechtfertigen läßt. — — h.