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Jeschurun · 1865-08-01 · Heft 11 (August 1865) · p. 359

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1864-1865)
Issue
Heft 11 (August 1865)
Article
Licht- und Schattenbilder
Date
1865-08-01
Page
359 (sequence 13)
Language
German
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Aon S... 359 Die Zeit verging, der Abend brach herein. Noch immer hatte sich der unglückliche Vater nicht geregt Frau Eckerts Thränen aber waren bereits versiegt, seltsame Gedanken hatten sich ihrer bemächtigt. Leise näherte sie sich dem Gatten und legte ihren weichen Arm um seinen Hals — Er athmete tief auf, und zog ihre Hand an seine Lippen. ״Eckert," begann sie leise, ״ich habe eine Bitte an Dich." ״Bitte mein Herz, alles vermag ich Dir zu geben, auch Millionen, wenn Du willst; nur wohlgerathene Kinder fordere nicht von mir." Es lag eine unendliche Bitterkeit in diesen Worten. ״Und doch tst's gerade dieses," fuhr seine Frau fort, ״was ich voll Dir erbitten wollte." Eckert fuhr auf, wollte sie zu dieser Stunde scherzen? — Doch sanft zog sie ihn wieder nieder, sie hatte nie ernster gefühlt. ״Sieh," sprach sie weiter, ״vier Kinder hast Du, Dein Sohn ist so eben in den Armen seiner Maitreffe verschieden; Deine eine Tochter ist ärger als todt; die Andere lebt in unglücklichster Ehe — da ergreift mich die schrecklichste Angst für die Zukunft unseres Kindes." Eckert stöhnte laut. Sie fühlte, daß sic unzart gesprochen. ״Verzeih," bat sie und zog sein Haupt an ihre Brust, ״daß meine Worte Deinen Schmerz vermehren, aber —" ״Du wolltest mich doch um etwas ersuchen, nenne nun mir Deinen Wunsch." Sie überlegte einen Augenblick, daun fuhr sie fort, ״einen Sohn hast Du; er allein von Deinen Kindern ist glücklich, glücklich als Gatte und als Vater, und er allein lebt religiös — da dachte ich mir nun, es müsse doch vielleicht etwas daran sein, es Sie stockte; sonst durchaus nicht um Worte verlegen, fand sie doch jetzt feinen Ausdruck; sie bewegte sich auf einem ihr zu fremderl Gebiet. ״Und was wünschest Du nun?" fragte Eckert als sic noch immer schwieg. ״Ich wollte Dich bitten," sic erröthete tief und schmiegte sich fester an ihn, ״mir zu erlauben, unsere Clara religiös erziehen, deil

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