Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1864-1865)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1865)
- Article
- Hamburg [Nachricht]
- Date
- 1865-07-01
- Page
- 334 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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wühl war; so war er ein opferwilliger Mitarbeiter bei allen Jnstttuten der Gemeinde, die der Belehrung der Jugend, in denen er die Träger einer bessern Zukunft erblickte, und die er in diesem Sinne herallgebildet sehen wollte, gewidmet sind; so half er noch in den jüngsten Jahren die hiesige höhere Bürgerschule für israel. Knaben üLs Leben rufen, nnb gehörte der Direction bis an sein Lebensende an, wie er auch seit vielen Jahren bei der Verwaltung der israel. Armenschule Talmud Thora betheiligt war. Auch dem, bet Gelegenheit des Neubaus unserer Synagoge gestifteten Synagogenverein, dessen wesentliche Aufgabe es war, die 'bei dem öffentlichen Gottesdienste vernachlässigte Ruhe und Würde ohne ungesetzliche Neuerungen oder verletzendeAenderungen wiederherzustellen, stand er mit vielem Eifer vor und suchte auch später als Mitglied der Synagogenverwaltung in diesem Sinne zu wirken. Daß eine solche ebenso geräuschlose als uneigennützige Thätigkeit von der unverständigen Masse unerkannt bleiben, ja vielfach verkannt werden konnte, ist eben so wenig auffallend, wie die Erscheinung, daß die Consequenz seines Lebens allen Halben und Schwachen als ein lebendiger Vorwurf, und den priucipiellen Gegnern als eine Usurpation auf solchen Gebieten galt, deren Beherrschung sie gern allein beanspruchen möchten. Dabei wollen wir, um der Wahrheit die Ehre zu geben, nicht verschweigen, daß zu den eminenten Vorzügen des Verblichenen, die Gewandheit nicht gehörte, durch ein einschmeichelndes Wesen zu gewinnen oder mit entgegenkommenden Manieren die Richter menschlicher Schwächen zu bestechen. Es war daher nicht zu vermeiden, daß trotzdem Duldsamkeit gegen Andersdenkende ein hervorragender Zug seiues Charakters war, kleinliche Splitterrichterei, die den Balken im eigenen Auge nicht gewahrt, häufig bemüht war auf den Glanz seines edlen Charakters einen Schatten zu werfen, und wenn wirkliche Thatsachen dazu keinen Anlaß boten griff boshafte Verläumdüng auch wohl zu den unreinen Mitteln der Lüge und Entstellung. Indessen ihn verwundeten die Pfeile der Verläumdung nicht; an dem ehernen Panzer seines reinen Bewußtseins glitten sie ab, und fielen stumpf zu Boden, nur die Freunde verletzend, die den Ehrenmann näher gekannt und ihn gern auch von Anderen so geschätzt und geliebt gesehen hätten, wie er verdient hat. Mögen sie heute Trost in hem Gedanken finden, daß der allversöhnende Tod jenen falschen Schatten verscheucht hat, und möge der nur zu gerechte Schmerz der Seiuigen gemildert werden durch die Hoffnung, daß die Saaten die der Heimgegangene in seinem Leben gestreut hat als goldene Früchte denen ausgehen werden, denen er im Leben mit seinen besten Kräften gedient hat ת׳נ׳צ׳ב׳ה! Frankreich In der neuen Gesetzgebung für Algier wurden die Verhält-