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Jeschurun · 1865-07-01 · Heft 10 (Juli 1865) · p. 325

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1864-1865)
Issue
Heft 10 (Juli 1865)
Article
Licht- und Schattenbilder
Date
1865-07-01
Page
325 (sequence 12)
Language
German
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Von S ... 328 ließ cm diese trotz der milden Abend stimmung, all den Unmuth aus, den ihr kleiner Neffe in ihm erregt hatte. Sobald Adolf aus der Synagoge heimgekehrt, den Segen über den Sabbathausgang gesprochen und Bertha für das Nachtessen der Kleinen Sorge getragen hatte, begaben sich beide noch zu Berthas Eltern, wo allwöchentlich an diesem Abend die ganze Familie sich zu versammeln pflegte. ״Heute Abend," bemerkte Adolf auf dem Wege, ״wird der junge Blank auch wahrscheinlich bei den Eltern sein.« ״Blank? Wann ist denn der zurückgekchrt?" ״Vermuthlich gestern, gesprochen habe ich ihn noch nicht, sonder» nur gesehen in der Synagoge." ״Dann wird er allerdings wohl heute nicht fehlen. Soll ich Dir eine Vcrmnthung mitthcilen Adolf. ״Ich bin ganz Ohr, mein kleines Frauchen." ״Blank und Julie haben einander zu tief in die Augen geschaut." ״Was Du nicht alles weißt. Aber wer hat es Dir denn gesagt?" ״Wer mir das gesagt hat? lächerliche Frage, wer braucht einem das zu sagen, gesehen Hab ich's." ״Ich bewundere Deinen Scharfblick, mir ist das vollständig entgangen. Aber eine paffende Partie wäre es, ich wünsche beiden recht viel Glück." ״Du hältst schon weit, wer weiß ob es dahin kommt." ״Und warum denn nicht? Blank ist ein Liebling Deines Vaters; ist er auch nicht reich, so hat er doch sein genügendes Einkommen, und seine ernste aufrichtige Religiosität hat ihm längst unfer Aller Hochachtung gewonnen. Ist Julia ihm geneigt, so glaube ich nicht, daß man ihm ihre Hand verweigert." Bertha zuckte die Achseln, ״ich zweifle, daß er um sie anhalten wird." ״Das begreife ich nicht; eben erzählst Du mir —" ״Ich muß Dir gestehen Adolf, der junge Mann so sehr ich sei« nen wirklich edlen Charakter schätze, kommt mir zuweilen ganz eigenthümlich vor." 21*

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