Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1864-1865)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1865)
- Article
- Licht- und Schattenbilder
- Date
- 1865-07-01
- Page
- 314 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Licht- und Schattenbilder« Von S... (Fortsetzung.) Achtzehn Jahre sind seit dem Beginn dieser Erzählung verflössen. Der Bankier Eckert, den wir zuletzt als trauernden Wittwer getroffen, hatte lange gezögert, ehe er seiner armen Agnes eine Nachfolgerin gegeben. Seine beiden Töchter hatten sich bald vermählt, sein ältester Sohn sich fast gleichzeitig von ihm separirt, die Erziehung seines Jüngsten ward für Erste einer Bonne übergeben und nach einigen Jahren einem Hofmeister ganz überlassen. Eckert stand demnach fast ganz allein und schien an diesem zweiten Gartzvnleben das größte Behagen zu finden. Als freilich etwas schwerfälliger Schmetterling von Blume zu Blume zu flattern, den süßen Honig einzusaugen, wenn auch durch blankes Gold erkauft, das mußte außerordentlichen Reiz für ihn haben, denn an zehn Jahre trieb er's so fort. Da aber begann er, durch diese Lebensart vielleicht beschleunigt, das herannahende Alter zu spüren und sollte dieses nicht ganz vereinsammt ihn treffen, so mußte er daran denken, sich zum zweiten Mal eine Lebensgefährtin zu suchen.