Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1864-1865)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1865)
- Article
- Einige Andeutungen über die Benutzung der ersten Lebensjahre für die Erziehung
- Date
- 1865-05-01
- Page
- 262 (sequence 18)
- Language
- German
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Einige Andeutungen über die als die Angelegenheiten der Erkenntnis; und der Sittlichkeit; wenn wir auch nur Wissen und Bravsein vor Allem deßhalb anpreisen, weil Kenntnisse zu Brod und Vermögen führen und Bravsei» zum Fortkommen gehört; wenn aus unserm ganzen Reden und Thun unseren Kindern nicht die Ueberzeugung von der doch ganz nnvergleichlich höhern Werthschätzung entgegenleuchtet, die wir den geistigen und sittlichen Beziehungen und Zielen an sich um ihrer selbst willen znerkcnnen: so wird die Atmosphäre, in welcher unsere Kinder für die Meisterschaft in der sittlichen Kunst gewonnen werden sollen, mit Elementen geschwängert, die alles sonstige noch so hausige Moralistren und Predigen gründlich vereiteln. Wer die Weisheit hochachtet, lehrt ein altes Wort, ist selbst ein Lehrer der Weisheit, und die Hochachtung, die wir den geistigen und sittlichen Interessen zollen, wird unfern Kindern selbst der mächtigste Antrieb Geistiges und Sittliches zu erwerben. Welch einen schädlichen Eindruck es auf unsere Kinder machen muß, wenn sie einige Eitelkeit und Gefallsucht von der Mutter, ernen kleinen Hang zur Gourmandie vom Vater lernen könnten, wenn auch nur z. B. ein gutes Gericht zum Vorrecht des Hausvaters vor der Haushaltung oder der Herrschaft vor dem Gesinde im Hause gehört, wenn der Ton mit welchem das Gesinde im Hause behandelt wird, die Voraussetzung begründet, die dem Menschen schuldige Achtung beginne erst mit einem gewissen Grade von Bermögen und Unabhängigkeit, und wie noch so manches sittlich Ungerechtfertigte sich in die den Kindern gewährte praktische Anschauung so leicht einstiehlt und doch so schädlich wirkt: darauf wollen wir nur im Vorbeigehen hindeuten, und nur noch die ängstliche Sorgfalt berühren, mit der wir uns zu hüten haben dürften, unfern Kinder selbst das Beispiel auch nur der geringsten Abweichung von der Wahrheit und der Wahrhaftigkeit zu geben. Ist doch nächst dem Gehorsam die Wahrhaftigkeit unserer Kinder diejenige Tugend, auf welche alle anderen mit ihrer Hoffnung hingewiesen sind; ist doch die leiseste Spur von Lügenhaftigkeit wie der Mehlthau, der die hoffnungsreichsten Blüthen im Keime ertödtet — und doch sind wir cs oft selber, die schon vom frühesten Alter an unser» Kindern das Beispiel, wie wir meinen unschuldiger, und doch nimmer unschädli- Her Unaufrichtigkeit geben. Was z. B. wird nicht Alles einem Kinde