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Jeschurun · 1865-04-01 · Heft 7 (April 1865) · p. 241

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1864-1865)
Issue
Heft 7 (April 1865)
Article
Deutschlan : Coblenz [Nachricht]
Date
1865-04-01
Page
241 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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241 begängnissen gänzlich untersagt haben. Dieser bezog nun das Befloren der Kanzel auf letzteren Vorfall und machte bei der Staatsbe- Hörde Anzeige, welche die Untersuchung einleitete, und so kam die Sache gestern zur öffentlichen Verhandlung. Wir können speciell auf die zur Sprache gekommenen Thatsachen nicht eingehen, soviel ist aber gewiß, daß es besser gewesen, man hätte die Anzeige unterlass sen, da eine Störung des Gottesdienstes in dem oben beregtcn Umfange von keinem der zahlreichen Zeugen bekundet worden. Das Gericht sprach denn auch in diesem Sinne beide Beschuldigte von Strafe und Kosten frei. Die Staatsbehörde hatte gegen Jeden derselben eine Gefängnißstrafe von 6 Wochen beantragt. Frankreich. * Paris. Bekanntlich macht gegenwärtig Renan mit seinem Freunde Manette auf Veranlassung des Vicekönigs einen Ausflug nach Ober-Aegypten. Nach Beendigung desselben nimmt er seine frühere Reiseroute wieder auf. Er hat nämlich die Absicht, ganz Kleinasien zu bereisen, um neue Documente für die Fortsetzung seines Buches über den Ursprung des Christenthumeö zu sammeln. Dieses Werk wird im nächsten Winter erscheinen. Seine Stelle an dem College de France hat, wie bereits gemeldet, der Deutsche Salomon Munk — er ist ans Glogau gebürtig und jetzt 60 Jahre alt — erhalten. Rencm's Mitbewerber um den hebräischen Lehrstuhl war ebenfalls ein Deutscher, Professor Or. Oppert, gewesen, und man hatte vielfach geglaubt, daß er der Nachfolger des Genannten werden würde. Dr. Oppert scheint jedoch seinen Aufenthalt in Compiögne benützt zu haben, um zu verhindern, daß man ihm diese gefährliche Nachlassenscbaft Renau's antrage, und hat darauf hingewiesen, daß sein Freund, der gelehrte Munk, sich, abgesehen von seinen Kenntnissen, wohl am besten dazu eigne, diesen Lehrstuhl zu unternehmen/da sein Zustand — Munck ist nämlich blind — die studirende Jugend jedenfalls ablalten werde, durch eine Demonstration zu Gunsten Reuan's ihrem Mißvergnügen über dessen Absetzung Raum zu geben. Dieser der ״Didask." entnommene Notiz fügen wir hinzu, daß Oppert und Munk bekanntlich Juden, Renan der in seinem jüngsten Werke die Inden in durchaus falscher Weise behandelt und schmäht, nach einer Version ein Katholik nach andrer ein getaufter Jude Ist. * Paris. Für das rege Interesse, das sich allenthalben für jüdische Angelegenheiten kundgiebt, zeugt auch der vor kurzem hier gegründete Verein zu Gunsten unserer Glaubensgenossen in Palästina. Hoffen wir, daß die im Reglement ü?s Auge gefaßte Verbesserung der moralischen Verhältnisse, nicht unter dem Vorwände der sog. Civilisation gegen das Judenthum selbst gerichtet sein wird. Die Gesellschaft hat die Verbesserung der materiellen Lage der Israeliten in Palästina zum Zwecke.

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