Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1864-1865)
- Issue
- Heft 7 (April 1865)
- Article
- Deutschlan : Coblenz [Nachricht]
- Date
- 1865-04-01
- Page
- 240 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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Zefchurun. Elster Jahrgang. Keililatt zum Äpriihefl. Ausgegeben den 4. April 1865. Zn dieses Beiblatt werben Inserate zu 3 kr. pr. Zeile oder deren Nauru ausgenommen Deutschland. C ob lenz. Außer einigen Ctvilklagen wegen öffentlicher Beleidigung, so berichtete die ״Cobl. Z." neulich, füllte unter großen: Zudrange des Publikums folgende Verhandlung die Sitzung des Zuchtpolizeigerichts aus: Zwei Vorstandsmitglieder der hiesigen israel. Gemeinde waren beschuldigt, am 2. October v. I. in der Synagoge dahier beschimpfenden Unfug verübt und dadurch eine Störung des Gottesdienstes veranlaßt zu haben. Beide Beschuldigte hatten nämlich an dem genannten Tage, einem israelitischen Feiertage, im. Einverständniß mit dem dritten Vorstandsmttgliede, die?Anordnung getroffen, daß zur Sühne dafür, weil einige Zeit vorher bei Gelegenheit einer feierlichen Eidesleistung in der Synagoge eine Thora-Rolle zu Boden gefallen war, ein Vorkommniß, welches stets eine große Sensation erregt und das mitunter durch ein eintägiges Fasten sämmtlicher dabei Anwesenden, ja mitunter sogar der ganzen jüdischen Gemeinde als kaum gesühnt zu betrachtet wird, die sonst nach jüdischem Gebrauch weiß verhängte Kanzel resp. deren Pult mit einem Trauerflor bedeckt sein sollte, was auch geschah. Mitglieder der Gemeinde, denen dieser Umstand unbekannt, entfernten vor Beginn des Gottesdienstes dieses Trauerzeichen; es wurde jedoch wieder an seinen Platz gebracht und zwar auch diesmal wieder auf Anordnung eines der Beschuldigten, dann aber zum zweitenmale entfernt. Zwischen dem Vorstande der hiesigen Gemeinde und deren Rabbiner besteht aber schon seit laugerer Zeit ein arges Zerwürfniß, das sich sogar zu der Höhe gesteigert hat, daß ersterer, dem auch dabei die Repräsentanten der Gemeinde billigend zur Seite stehen, letzterem schon Monate lang sowohl das Predigen in der Synagoge, als auch bei den Leichen-