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Jeschurun · 1865-04-01 · Heft 7 (April 1865) · p. 226

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1864-1865)
Issue
Heft 7 (April 1865)
Article
Licht- und Schattenbilder
Date
1865-04-01
Page
226 (sequence 8)
Language
German
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Licht- und Schattenbilder. 226 Herzen, in meiner Seele, in allen meinen Gefühlen Gott fühle, i ich sollte nicht an Ihn glauben?" ״Sie erklärten jedoch so eben, mir an das glauben zu können wpvon Ihre Vernunft sich überzeugt." | ״Nun freilich erklärte ich das," bekräftigte Frau Eckert, ״aber § wovon konnte ich wohl mehr überzeugt sein, als von dem, was ich D fühle? Und dann — " fuhr sie sich in die Brust werfend noch cifß rigcr fort, ״braucht man ja nur die Natur mit forschendem Ken- | »erblick zu beobachten, um sich vom Dasein Gottes zu überzeugen. j Wer sie in ihren geheimen Tiefen belauscht, wer —"?] ״Ich bitte um Entschuldigung," unterbrach sie Wolf, ״wenn! ich hierin Ihnen zu widersprechen mir erlaube; daS Studium der Natur allein kann unmöglich die Ueberzeugung vom Dasein GotteS unS verschaffen, sonst wären nicht so manche Naturforscher Atheisten, f sonst wäre sicherlich ein Alexander von Humboldt —״ Die Thür ging auf. ״Mama," rief Rosalinde, die älteste Tochtcr des Hauses, mit einem Billct in der Hand inS Zimmer tretend. ״Was giebt cs mein Kind?" fragte Frau Eckert, froh die Un- :] terhaltung, die ihr unbequem zu werden anfing, unterbrochen zu | sehen. |j ״Eine Einladung von der Frau Commercienräthin W. für die s ganze Familie Eckert; mündlich hat aber der Bediente, der sie gebracht, noch hinzugefügt, die Frau Commercienräthin ließe sich emj pfchlen und sehr bitten, Papa und Adolf möchten doch sicherlich \ auch ihr das Vergnügen schenken; denn sic beabsichtige, die Gesell- I schaft sich auch mit Tischrückcn unterhalten zu lassen, und da wäre j cs doch besonders wünschcnswerth, eben so viel Herren als Damen versammelt zu sehen." ״Du wirst doch gehen Eckert?" wandte sich seine Frau an ihn,! ״ich finde es im höchsten Grade interessant diese neue Entdeckung 1 zu beobachten und ich habe es vorgestern Abend sehr bedauert, daß du nicht gegenwärtig warst, als sich bei B.'s der Tisch bewegte. Ich j vermag den Eindruck dir nicht zu schildern, den es in mir herrorrief, als das Holz mit einem Male, als wäre Leben in ihm erwacht, zuerst in eine schwankende Bewegung gerieth und dann sich langsam svrtbrwcgte. Daß cs sich bewegte, wollten allerdings mehrere der , ׳״ Anwesenden bestreiten; ich aber sah es ganz deutlich, ich überzeugte

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