Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1865-02-01 · Heft 5 (Februar 1865) · p. 154

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1864-1865)
Issue
Heft 5 (Februar 1865)
Article
Beiträge zum Verständnis der ersten Blätter des Pentateuch
Date
1865-02-01
Page
154 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2932754-2932947-2932953-2949231--09362-2949260
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

154■ Beiträge zum Verständniß der ersten Blätter des Pentateuch. absichtigt, zu welchem die mit dem ערב eintretende, unter Einfluß des -השן sich vollendende Nacht nur die Vorbereitung bildet, und erst wenn dem ערב ein בקר gefolgt ist, legt die Welt einen Tag ihres vollen Daseins zurück. Bedeutsam steht nicht — wie bet den folgenden Schöpfungen — erst vor diesem Schlußsatz, also hier nach der הבדלה בין האור והחשך וירא א' כי טוב, sondern unmittelbar nach der Schöpfung des Lichts, vor der וירא א' אה האור בי טוב, הבדלה und dann erst 'ויבדל א׳ ,ט. Es erscheint somit die הבדלה durch das וירא א׳ את האור כי טוב mottvirt. Nicht die הבדלה, sondern das אור, das Licht und all das durch das Licht gegebene organische Leben bis zur höchsten Stufe ist als das טוב, als das eigentliche Positive, als das bei der Erdschöpfung beabsichtigte Ziel bezeichnet. Als solches, hätten wir ererwarten sollen, würde das Licht die Finsterntß überwunden, den alten Zustand der lichtlosen Nacht völlig beseitigt haben sollen, und auf Erden ein Reich voller Licht und Leben beginnen. Und in der That ist uns ein solcher licht- und lebensvoller Zustand auf Erden durch den Mund der Propheten als endliches Ziel aller Erdentwickelung verheißen, ein Zustand, wo, wie es Jes. 30,26. heißt, das Licht des Mondes sein wird wie das Licht der Sonne und das Licht der Sonne doppeltsiebenfach wie das Licht der sieben Tage (der Schöpfung?) wo, (das. 25, 8) Gott den Tod für immer beseitigt und von jedem Angesicht die Thräne trocknet; wo somit Finsterntß und Erschlaffen und Hinsterben geschwunden. Indem Gott somit das Licht als das טוב hinstellte, hat Er es mit der Kraft ausgerüstet die Finsterniß völlig zu überwinden, und es würde sie bereits sofort völlig beseitigt haben, wenn jenes Lichtreich auf Erden nicht eine sittliche Vollendung des Menschen voraussetzte, die erst am Ende der Jahrhunderte als Krone winkt; wenn es bis dahin uns nicht nothwendig wäre, uns immer aufs neue wieder im Schoße der Nacht für das Leben des Lichtes zu verjüngen und dar um .Gott zwischen das Licht und die Finsterniß in die Mitte getreten wäre und auch der Finsterntß für jetzt noch ihr immer frische Lebenskeime bringendes Nachtgebiet angewiesen hätte. Auf diese Stellung des בי טוב beim Lichte dürften wohl ח׳ז׳ל hingeblickt, und daraus die Veranlassung zu dem bedeutsamen Ausspruche geschöpft haben: שגנזו לצדיקים לעתיד לבא (Chagiga 12 0). (Fortsetzung folgt.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.