Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1864-1865)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1865)
- Article
- Hiob und Jesajas
- Date
- 1865-01-01
- Page
- 125 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Hiob und Jesajas. Deurtheilt von einem Dichter der Jetztzeit.*) Es dürfte nicht uninteressant sein einige Zeilen hier wieder;»- geben in welchen Viktor Hugo über die erhabensten Werke unseres heiligen Nationalschatzes urtheilt. Er thut dies in einem Werke über Shakesspeare, bei Gelegenheit des jüngsten Jubiläums, in welchem er über die größten Geister spricht die am Himmel der Menschheit gestrahlt haben — ״Wie das Wasser auf 100 Grad erhitzt keiner calorischen Steigerung mehr fähig ist, so erreicht auch der menschliche Gedanke in gewissen Menschen seine höchste Intensität." Unter diesen höchsten Culminationspunkten des menschlichen Geistes weist er Hiob, Jesajas und Ezechiel mit den ersten Platz an. Hiob charakterisiert er folgendermaßen: Hiob beginntdas Drama. Dieser Embryo ist ein Koloß. Hiob beginnt das Drama vor 40 Jahrhunderten indem er Gott und den Satan in Scene setzt. Das Böse fordert das Gute zum Kampfe heraus und damit ist die Handlung eingeleitet. Die Erde ist die Scene und der Mensch der Kampfplatz; die Plagen sind die Han- *) Wir brauchen unfern Lesern wohl nicht zu bemerken, daß wir die von Herrn Viktor Hugo geäußerten Ansichten hinsichtlich der biblischen Text« kritik nicht vertreten Wollen.