Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1864-1865)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1864)
- Article
- Das Mainzer Journal und die Ideen der Nationalität und Humanität, der Civilisation und Freiheit
- Date
- 1864-12-01
- Page
- 92 (sequence 4)
- Language
- German
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Nationalität und Humanität, der Civilisation und Freiheit. 93 Knecht oder Magd, nur nach den Thaten des Menschen ruht der heilige Geist auf ihm!" Wann wird die Zeit kommen, wo die vom Mainzer Journal vertretene Richtung diesen Grundsatz unseres Thana de be Elia nachzustammeln wagen wird?! Wir freuen uns ihres Hasses! Alleinste irrt, wenn ste glaubt, die von ihr angerufenen Potenzen stimmten ein in ihre Verdächtigung und jubelten über ihre Freundschaft. ״Die monarchischen, deutschen und — wir wagen es zu sagen — christlichen Gesinnung und Einrichtungen" unserer Zeit protestiren laut gegen den ihnen angemuthctcn ultramontanen Gegensatz zu den Ideen der ״Nationalität und Humanität, der Civilisa- *ton und Freiheit"; sie erkennen diese Ideen keineswegs als Chimären, erblicken vielmehr in ihnen sehr reale, ja die realsten Guter durchweiche alles sonstige Reale erst seinen realen Werth erhält; arbeiten vielmehr sammt und sonders dahin, sich als den treusten Hort eben dieser geistigen und sittlichen Guter der Volker zu bewähren, und nur als solcher deren Anerkennung und Hingebung zu erwarten. Der Handwerker unserer Zeit ist viel zu erleuchtet, um in dem ultramontanen Geist des Mainzer Journals den Führer zu erblicken, der ihn zu Blüthe und Heil geleitete. Nicht unter dem Schutze privilegirter Verdumpfung und Unfähigkeit, sondern aus dem Born der von allen — nur nicht den des Sittengesctzes — hemmenden Fesseln befreiten Hilfsquelle» der Kraft und des Genies erwartet er sein und seiner Söhne Heil, und weiß, daß, in dem Augenblick in welchem er auf dem Altäre der Gcwerbfreiheit und Gleichheit vor dem Gesetze sein bisheriges Vorrecht geopfert, er damit zugleich für sich und seine Kinder die Befreiung von allen ihm und ihnen cntgegcnstehenden Vorrechten gewann, und fortan er und seine Sohne ungehemmt jedes Ziel des Bürgerheils und Familienglücks erreichen kann, zu welchem ihn seine Fähigkeit, seine Redlichkeit, sein Fleiß und seine Tüchtigkeit berechtigen. Und der edle Adel n»ser Zeit weist nicht minder die ultramontane Warnung von der Hand, die ihm das zweideutige Compliment zu machen wagt, daß er nicht persönlichen Verdiensten, sondern nur dem historischen — somit für Jeden zufälligen — Vorrechte der Geburt den Anspruch aus Anerkennung und Achtung ver-