Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1864-1865)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1864)
- Article
- Das jüdische Weib
- Date
- 1864-12-01
- Page
- 74 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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in den Ueberlieferungen des Talmuds. 75 Tochter im rechten Wege erzieht und sie früh vcrheirathet, von dem ist es gesagt: Du wirst es erfahren, daß Friede und Heil in deinem Zelte ist! (Jebamvth 68, b.) Heil dem Manne, für dessen Bravheit sein Weib, seine Thanro sind sein Erwerb als Zeugen, eintreten, von ihm heißt cs, dein Quell, der Ursprung und die Wurzel all deines Heiles, ist gesegnet! (Midrasch Prov.) Die Anschauung der jüdischen Weisen erkennt aber auch über- Haupt, bei voller Würdigung seiner tief in seinem Wesen begründeteil Eigenthümltchkeit, dem weiblichen Geschlcchtc eine volle geistige Ebenbürtigkeit mit dem männlichen zu. In dem Worte selbst, mit welchem die Bildnng des Menschen ans Gottes Händen angekündigt wird, וייצר ר׳ א' את האדם, erblicken sie die gleichzeitige Gleichstellung der männlichen und weiblichen Bildung ,יצירה לאדם יצירה לחור (B. R. 14) und wenn sie einerseits das eigenthümliche weibliche Naturell, insbesondere feine leichtere Reizbarkeit in Sätzen zeichnen, wie: der Mann ist leichter zu besänftigen, bei der Frau ist das Feuer rascher beisammen, die Thräne der Frau ist häufiger erregt (B. R- 16. Sota 17 a. B. M. 59 a.), und das tiefe Wort sprechen: Frauen haben nur Ei» Herz, ihre Empfindungen sind nngetheiltcr, immer nur Einem Gegenstände zugewendet (Jelamdenu), so erkennen sie sogar dem weiblichen Geschlechte eine größere geistige Begabung zu. Es hat der Schöpfer das Weib geistiger begabt als den Mann, das weibliche Geschlecht gelangt daher früher zur Verstandesreife, als das männliche. (Nida 45 b.) Daher sind den Weisen des jüdischen Volkes dessen Mütter, eine Sara, eine Rebekka, eben so von Gottes Geiste erfüllt und im Gottesgeiste schauend, wie die Väter (Sanhedrin 69. B. R. 67). Wie die Männer, also sind auch die Frauen durch die Erlösung und Erwählung Israels zu der unverkürzten geistigen und sittlichen Hoheit und Erhabenheit der reinen Menschenwürde berufen (ת"כ III. B. M. 26, 13). — Auch der Frauen Gottesverherrlichung geht der Verherrlichung Gottes durch die Engel voran (Thauchuma II. B. M. 15, 1). Und dankbar gedenkt das Wort der Weisen der geistigen Erkenntnisse, mit welchen Frauen das jüdische Bewußtsein bereichert. Von Lea haben wir Gott danken gelernt, von Thamar sich lieber in den Gluthofen werfen zu lassen, als einen Menschen öffentlich beschämen, von Channa haben