Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1864-1865)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1864)
- Article
- Das jüdische Weib
- Date
- 1864-12-01
- Page
- 69 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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70 Das jüdische Weib fortschreitenden Entwicklung, und Eliahu und Moschiach, harrend dieses Zieles, zu welchem jede Gutthat fördernd leitet, unterschreiben als Zeugen, wie das sinnige Wort der Weisen lautet, was seitdem Großes in Israel geschieht. Mit dem Ruhmeskranze geschichtlichen Lorbeers geschmückte weibliche Großen haben wir nun freilich nicht weiter zu erwarten, allein ein Blick in die Urkunden, die uns das fernere Stillleben dieses Volkes in seiner ganzen geistigen Frische und seinem ganzen sittlichen Adel enthüllen, begegnen wir einer Stellung des jüdischen Weibes und einer Anschauung dieser Stellung und seines Berufes, die uns auch in diesem Punkte alle die ferner» Zeiten als treue Jünger und Geistes-Erben der biblischen Bergangenheit erkennen lassen. Auf den Lippen talmudischer Weisheit lebt eine Hochachtung und Werthschätzung des jüdischen Weibes, eine Zartheit und rücksichtsvolle Behandlung des weiblichen Geschlechtes, die eben nur aus dem Born des göttlichen Wortes und aus dem von ihm getränkten jüdischen Volkslebens geschöpft, in Gedanke und That Gestalt gewonnen habe» können. Nichts Heiligeres und Gott Näheres kennen die jüdischen Weisen, als die Ehe, als das Band, das in der Ehe Manu und Weib verknüpft.. Gott selbst segnet das Brautpaar und schmücket die Braut, daß sie dem Gatten gefalle ('ב״ר ח)• Bei jeder jüdischen Hausesgründung sehen sie die Wohlfahrt der jüdischen Gesammtheit betheiligt, במקהלות ברכו ד׳, öffentlich, unter Theilnahme einer Gemeine lassen sie uns unsere Ehen schließen, denn sie erblicken da מקור ישראל Quelle und Wurzel alles Heiles und aller Hoffnung für Alle (Kethuboth 6). Zur Ehre Gottes führt der Mann das Weib in sein Haus, Gottes, der eben auf die Ehe sich den ewigen Menschheitbau gegründet und durch jede neue Ehe auch Zion neuen Trost und neue Freude an ihren Kindern verheißt. Wie Gott einst im Paradiese, dem ersten Ehepaar Freude bereitet, so gestaltet noch jetzt Gott jedem sich liebenden Ehepaare die Ehe zum Paradiese und spendet Freude dem Gatten und Gattin, ja Er ist der Schöpfer der Freude des Gatten au der Gattin, der Gattin an dem Gatten, Schöpfer der Freude und der Wonne, der Heiterkeit und der schon hinicden zu findenden Seligkeit; denn er ist Schöpfer der Liebe, der Verschwisterung, des Friedens und der Freundschaft, in welcher eben die Freude des Mannes am Weibe, des Weibes am Manne erblüht