Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1864-1865)
- Issue
- Heft 2 (November 1864)
- Article
- Das jüdische Weib
- Date
- 1864-11-01
- Page
- 38 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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38 Das Milche Weib VI. Es war noch Nacht wenn sie aufstand und Nahrung Ihrem Hause und Arbeit ihren Mägden ertheilte. Auf ein Feld sparte sie hin 5 und erkaufte es, und pflanzte einen Weinberg von der Frucht ihrer Hände. Sie gürtete mit Macht ihre Lenden und machte stark ihre Arme.b Sie merkte, daß ihr Streben gut sei, nun ging ihr Licht nicht aus in der Nacht, ' Run legte sie ihre Hände an die Spindel und den Rocken hielten ihre Hände. Aber sie öffnete auch ihre Hand dem Armen und reichte dem Dürfttgen ihre Hände, - Hatte für ihr Haus den Frost nicht zu fürchten, ihr ganzes Haus war in schmucke Wolle gekleidet, Betten hatte sie sich bereitet, ihre Kleidung aber war Leinen und Purpur ״. In den öffentlichen Versammlungen war ihr Gatte gekannt, wenn er saß mit den Aeltesten des Landes 8; Sie verfertigte ein Tuch und verkaufte es und schenkte einen Gürtel dem Hausirer8! Macht und Schöne war ihr Gewand und sie lächelte dem letzten Tag entgegen 10, Mit Weisheit öffnete sie ihren Mund und immer war die Lehre der Liebe auf ihrer Zunge, Sie überwachte stets die Gänge ihres Hauses und wollte nimmer der Trägheit Brod genießen. Darum stehen nun ihre Söhne auf und preisen sie, ihr Gatte und rühmet sie: Der Frauen Viele haben Wackeres geübt, Du aber hast sie Alle überragt! Lüge ist Liebreiz, Tand ist Schönheit, Ein Weib, das Gott fürchtet, das schafft sich Ruhm! Gebet ihr von der Frucht ihrer Hände, Daß in den Thoren ihre Werke sie rühmen!