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Jeschurun · 1864-10-01 · Heft 1 (Oktober 1864) · p. 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1864-1865)
Issue
Heft 1 (Oktober 1864)
Article
Das jüdische Weib
Date
1864-10-01
Page
6 (sequence 6)
Language
German
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6 Das jüdische Weib. V. denn mehr sind die Kinder der Vereinsamten als die Kinder der Gefreiten, spricht Gott — — — Fürchte dich nicht, du findest dich nicht getäuscht, erröthe nicht, du hast dich nichts zu schämen; die Schande deiner Jugend magst du vergessen, der Schmach deines Witthums nicht mehr gedenken. Denn dein Gatte, dein Bildner, 'ד' צבאו ist sein Name, und dein Erlöser, der Heilige Israels, der Gott der ganzen Erde wird er nun genannt. Wie ein verlassenes und in die Seele hinein betrübtes Weib, ruft Gott, dich wieder, die Gattin der Jugend bleibt, anch wenn sie Tadel gefunden, spricht dein Gott *)", ״Von nun an nennst du mich mein Gatte, und nennst mich nicht mehr mein Herr — ich traue dich nunmehr auf ewig an, traue dich mir an mit Recht und Gerechtigkeit, mit Liebe und Erbarmen, traue dich mir mit Treue an und du erkennst nun deinen Gott." — Die Worte der Propheten bewegen sich fort und fort in diesem Bilde, das Lied der Lieder — diese höchste Poesie der Prosa des jüdischen Lebens 2) — besingt nach der Auffassung der jüdischen Weisen nichts als die Beziehungen dieses Gott vermählten Volkes zu seinem Gotte und Gottes zu ihm; in welcher Reinheit, wir möchten sagen in welcher Erhabenheit, muß aber die Ehe bei diesem Volke verwirklicht gewesen sein, welche Erscheinungen der gegenseitigen Liebe, der gegenseitigen Achtung, der gegenseitigen Hingebung und Aufopferung müssen die jüdischen Ehen dargebotcn haben, wie hoch muß der Mann sein Weib, wie glücklich muß er sich in ihm, wie glücklich sich das Weib im Manne gefühlt haben, daß der Gottes- Bund mit seinem Volke unter einem solchen Bilde auch nur gedacht werden konnte! In der That giebt auch das heilige Schriftthum dieses Volkes der tiefen Innigkeit dieses Verhältnisses den vollen Ausdruck. Alles was nur die Wünsche der Sterblichen umfassen, Leben, Glück, Freude, Segen, das höchste dem Menschen von Gott zu verleihende Gut läßt es den Mann in seinem Weibe erblicken, und erwartet von ihm, daß 1) Jesaias 54. — ־) Pehikta R. יכל השירים מרווחין והיא דחוקה וט׳

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