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Jeschurun · 1864-10-01 · Heft 1 (Oktober 1864) · p. 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1864-1865)
Issue
Heft 1 (Oktober 1864)
Article
Das jüdische Weib
Date
1864-10-01
Page
3 (sequence 3)
Language
German
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Das Weib im Volk». 3 Giebt es zugleich ein zarteres, innigeres Gatten-Verhältniß als Elkana's und Channa's, ein freieres, von der entschiedensten Achtung getragenes Walten, als eben dieser Elkana seinem Weibe, der Mutter seines Kindes einräumte? Und erscheint in der Frau Manoa's, tu Abtgail, in der Sunamittertn etwas anderes,als das im häuslichen Walten dem Manne völlig ebenbürtige, in seinem Berufe als Mutter, Hausfrau und Gattin rein und wahr gewürdigte Weib? Sind eine Rntb und Noamt nicht Gestalten, die dem weiblichen Geschlechte aller Völker zur Zierde gereichen würden? Und wie viel Männer aus dem Volke in den gleichen Zeiträumen nennt denn die jüdische Geschichte, die sich als die edeln Typen ihres Geschlechtes darstellen ließen? Und eine Mirjam, eine Debora, eine Channa— dankbar nennt sie die nationale Erinnerung unter den großen Geistern und der segensvoll für ihre und alle Zeit wirkenden Persönlichkeiten ihres Volkes. Wenn Gott durch Micha's Mund sein Volk an die Wohlthaten erinnern will, die er ihm erzeugt, wird in erster Linie die Sendung Moses, Aharvns und Mirjams als Leiter seines Volkes genannt, Mirjam's, die als Prophetin den Frauen Israels ebenso vorangiug wie ihre Brüder im Kreise der Männer wirkten. Auch noch die spätere Zeit der Könige weiß eine Chulda unter der Zahl der gottbegeisterten Propheten zu nennen. Debora's Siegeslied und Channa's Dankgebet sind vielleicht die herrlichsten Ergüsse gotterfüllter Geister und Herzen, die den Nationalschatz unseres Volkes zieren. Debora, die Prophetin, die Richterln, die Schlachten-Siegertn und -Sängerin und gleichzeitig Aae l, das muthige, den Tyrannen niederbohrende Weib der Hütte, — Channa, die gotterfüllte Mutter unseres Samuel, von welcher wir hoffen und beten und danken gelernt — und Michal, die Gatten-Retterin, — die weise Frau aus Thekoa, die Versöhnung- Stifterin, — die weise Frau zu Obel, die Beratherin und Retterin ihrer Stadt, — die National-Geschichte welchen Volkes weiß eine gl"nzendere und reiner glänzende Reihe leilbringcnder Frauengestalten aufzuweisen, als die Nationalgeschichte des jüdischen Volkes! Darum kennt auch die Anschauung dieses Volkes kein hehres 1*

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