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Jeschurun · 1864-09-01 · Heft 12 (September 1864) · p. 400

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1863-1864)
Issue
Heft 12 (September 1864)
Article
Das jüdische Weib
Date
1864-09-01
Page
400 (sequence 2)
Language
German
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400 DaS jüdische Weib. IV. Hoch leuchten diese vierzehn Dienstjahre Jakobs, die den Grundstein zu allen künftigen jüdischen Ehen gelegt, hin über alle jüdischen Ehen und Häuser, sprechen es laut aus, welchen Werth das jüdische Weib für den jüdischen Mann habe und wie der jüdische Mann in seinem Weibe nur das Weib und nicht die Mitgift freien und in seinem Weibe stch den unschätzbarsten Schatz gewinnen soll! Diese vierzehn Knechtesjahre Jakobs scheuchen allen Spuk orientalischer Herabwürdigung für immer von der Schwelle der jüdischen Ehe und des jüdischen Hauses י Und wie erscheint in diesem Familienbilde Lea, diese kinderreiche Mutter, diese einflußreichste Pflanzerin und Pflegerin der jüdischen Stämme! Sie, die ältere der Schwestern, war die minderschöne; es hatte Jakob nur um die jüngere geworben und seine ersten sieben Dienstjahre gezollt, die ihm die Liebe zu Rahel wie einen heitern Tag verschwinden ließ. Lea, die Aeltere, war durch Labans, Tochter und Eidam täuschende Ränke Jakobs Weib geworden. Wer bet uns, sprach er zum Eidam und wohl auch zur Tochter, um die Jüngere freit, hat eben damit stillschweigend auch um die Aeltere geworben; es ist bei uns nicht Sitte die Jüngere vor der Aeltern zu verlobe». So wurden Lea und Rahel Jakob zum Weibe und doch ließ es Jakob die Lea nicht entgelten. ויאהב גם רחל מלאה Er liebte freilich Rahel mehr als Lea, sie war ja die eigentliche Gattin seiner Wahl. Allein cs heißt ja nur: er liebte die Rahel auch und zwar mehr als Lea; seine Liebe war somit auch der Lea zugewandt, ihre Liebe war auch Lea uicht verkürzt, und wenn es ferner heißt וירא ד׳ כי שמאה לאה, so heißt es doch nicht כי?יאה שנואה, daß Lea gehaßt war, sondern daß die unter den Beiden Mindergeliebte die Lea gewesen Und wie hat eben diese Zurücksetzung in Lea's Brust den ganzen Werth der Gattenliebe in allem Feuer der Innigkeit stets wach gehalten, wie hat sie — diese herrliche Mutter des jüdischen Volkes, dieses herrliche Muster der jüdischen Gattinnen und Mütter — wie hat sie eS erkannt und erfahren, welchen Zauber der Mutterberus, dieser wahre und höchste Beruf des Weibes, über das Herz des Gatten besitzt, wie das, was die Braut und die Gattin dem Manne nicht geworden, der Mutter seiner Kinder ihm zu werden gelingt, und wie hat sie dies alles und zugleich damit all die herrlichen

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