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Jeschurun · 1864-08-01 · Heft 11 (August 1864) · p. 368

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1863-1864)
Issue
Heft 11 (August 1864)
Article
Das jüdische Weib
Date
1864-08-01
Page
368 (sequence 10)
Language
German
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368 Das jüdische Weib. III. bleibt selbst nach bestätigtem Segen, Esau ihr ältester, Jakob der jüngste Sohn, bleibt Esau Jakobs Bruder, Esau's Groll findet im Munde der Mutter die natürlichste Rechtfertigung und beide, Esau und Jakob, beide bleiben ihrem Herzens nahe, beide fürchtet ihr Mntterherz an einem Tage zu verlieren, wie sie sie an einem Tage geboren, beide, den einen physisch als Gemordeten den. andern moralisch als Mörder. Und wie hätte ein gemeines Weib die Mordgedanken Esar?s benutzt, um ihr Verfahren Jizchak gegenüber zurecht-- fertigen, um ihm zu zeigen, wie er einen zweiten Kain im Herzen getragen und zu segnen beabsichtigt habe! Rebekka aber verschont den Galten mit dieser schmerzlichen Entdeckung und motivirt Jakobs Scheiden aus väterlichem Hause mit anderen unbedenklichen Gründen. Wie endlich meiden Rebekka und Jakob jeden Schein, als ob auch nur die leiseste materielle Rücksicht bei diesem Streben nach der Erstgeburt und dem väterlichen Segen sie geleitet! Welchen Dortheil zieht Jakob aus beiden? Esau, sein Zwillingsbruder, ist bereits seit dem vierzigsten Jahre mit zwei Frauen verheirathet, lebt somit bereits mit großer Wirtbschaft im väterlichen Hanse, am väterlichen Tisch vom väterlichen Vermögen. Jakob bleibt die ganze lange Zeit noch unbeweibt, und als er um endlich auch ein Haus zu gründen das väterliche Haus verläßt, geht er aus dem reichbegüterten Hause arm hinaus, nimmt nichts als seinen Stecken mit hinaus in die Fremde, damit Esau auch nicht eine Stecknadel nach Jakobs Fortgang vermisse, und muß sich durch Knechtesdienste ein Weib erwerden und durch Knechtesdienste seine Familie ernähren— ויעבר באשה ובאשה שמר — alles Dies drückt den Siegel des reinsten Charakter-Adels auf Rebekka und Jakob.

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