Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1863-1864)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1864)
- Article
- Zum Kompert'schen Preßprocesse
- Date
- 1864-05-01
- Page
- 275 (sequence 23)
- Language
- German
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Von Rabbiner Dr. I. Gugenheinier. 275 zu glauben hervorgeht. Auch von Albo, der, wie Maimonidrs trotz seiner Ausstellung von Glaubensartikeln sich dennoch im 2. und '14.4 Kap. des I. Absch. seines Werkes auf die erwähnte an 4, B.3M 15,' 31 geknüpfte Talmudstelle in Synh. 99 b. bezieht, und jede Längnung irgend einer durch die schriftliche oder mündliche Offenbarung gebotenen Pflicht als Läugnung der ganzen Offenbarung erklärt, wird der Messiasglaube, obgleich er denselben nicht zu den Glaubensartikeln rechnet, als ein Glaube bezeichnet, zu dem jeder Jude durch das Gottesgcseh verpflichtet ist, und in deffen Läugnung ebenso wie in der Läugnung der Unveränderlichkeit des GottesgesetzcS nach jüdischen Begriffen eine Häresie liegt (I. 23); und daß Albo den Messias sich nicht als moralische Person sondern als physische Person, als Nachkommen Davids dachte, ist schon daraus ersichtlich, daß er nn 42. Kap. des IV. Abschn., um zu beweisen, daß daS Auftreten eines persönlichen Messias bereits in der Thora verkündet ist, sich auf die von uns schon angeführte Stelle 4 B. M. 24, 17 bezieht, woraus mit Evidenz hervorgeht, daß auch Albo jene Anschauung, welche die Messiaöprophctieen auf Gesammttsrael beziehen will, als Läugnung des Messiasglaubcns betrachtet, und nur den Glauben an einen persönlichen, von David abstammenden Messias als den einzig wahren Messiasglauben hält. Dieser Messiasglaube ist cs, der auch in den von den Mannern der großen Synode geordneten und für ganz Israel obligaten täglichen Gebeten seinen klaren unzweideutigen Ausdruck gefunden hat, da wir sowohl im Schemone esre als im Tischgebete um die Erfüllung der auf einen vom Könige David abstammenden Messias sich beziehenden Verheißungen bitten; und daß die Hoffnungen, in denen diese Bitten wurzeln, mit der Erfüllung unserer Bürger- und Ilnterthanenpflichten nicht in Collision stehen, dafür bürgen schon die Religionsurkunden, aus denen dieser Glaube beruht, da dieselben Offenbarungsschriften, welche diesen Glauben uns lehren, anch die unverbrüchliche Treue gegen Fürst und Staat uns zur Pflicht machen, und mit aller Entschiedenheit aussprechen, daß der Eintritt der mit der Erlösung in Verbindung stehenden Zustände einzig und allein in Gottes Hand ist, und daß, wenn es in unserer Macht läge, durch direktes Eingreifen jene Zustände hcrbeizuführen, dies durch das Gotteöwort uns streng verboten wäre. Auch