Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1863-1864)
- Issue
- Heft 7 (April 1864)
- Article
- Zum Kompert'schen Preßprozeß
- Date
- 1864-04-01
- Page
- 231 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Isaiah 2× ep/1005097
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Von Rabbiner vr. I. Gugenheimer. 231 die letzten 27 Kapitel des B. Jesaja nicht die Weissagungen dieses Propheten, sondern die Orakel eines erst im babylonischen Exile lebenden Propheten seien, als eine unumstößliche, über jeden Zweifel erhabene Wahrheit vorausgesetzt, da Herr Or. Grätz, obgleich jene Annahme die Grundlage bildet, aus der sein Aufsatz beruht, dennoch keine Silbe zu deren Rechtfertigung anführt, und höchst wahrscheinlich den Standpunkt, der den exilischen Ursprung der letzten 27 Kapitel Jcsaja's zu bezweifeln wagt, als einen völlig überwundenen nnd keiner Bemerkung würdigen betrachtet. Wir glauben daher annehmcn zu müssen, baß Herr vr. Grätz den Leser, der von ihm die Gründe jener, de» seit mehr als zwei Jahrtausenden verbreiteten Glauben an die Aechtheit des Buches Jesaja zum Mährchcn stempelnden Hypothese erfahren möchte, auf das verweisen würde, was von früheren Schriftstellern für jene Annahme geltend gemacht wurde. Da nun unter jüdischen Schriftstellern — so weit uns bekannt — Nachmann Krochmal der einzige war, der jene Hypothese, durch welche die jüdische Ueberlieferung über Feststellung des Kanons als eine auf Betrug oder Unwissenheit beruhende Mittheilnng erscheinen muß, vom Standpunkte des Judenthums zu rechtfertigen suchte, werden wir uns bei der Besprechung der in der modernen Bibclkritik fast zum Dogma gewordenen Annahme eines Pseudojesaias an Krochmals Begründung und Rechtfertigung derselben halten. (Schluß folgt in nächster Nummer.)