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Jeschurun · 1864-02-01 · Heft 5 (Februar 1864) · p. 176

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Journal
Jeschurun
Volume
10 (1863-1864)
Issue
Heft 5 (Februar 1864)
Article
Schleswig-Holstein und die Juden
Date
1864-02-01
Page
176 (sequence 2)
Language
German
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176 Schleswig-Holstein und die Juden. Wohl schmerzlich für jedes, vom Rechtsbewußtsein erfülltes Herz, gleichviel ob dies in einem Juden oder Nichtjuden schlägt. Und doch — und doch — sehen wir hier nicht das Walten des schwer gekränkten Rechts unserer jüdischen Brüder in Schleswig und Holstein? — So pochten einst und wiederholt unsere jüdischen Brüder an die Pforten der Ständehäuser zu Schleswig und Itzehoe, und baten und baten wieder um die Anerkennung ihres ältesten, ihres Naturrechts als Menschen und Bürger, und wurden abgewiesen. Dort ging man wiederholt einfach zur Tagesordnung über, hier vermochte die nachdrückliche Befürwortung des königlichen Commissarius ein näheres Eingehen auf die Sache, um mittelalterliche Auslassungen gegen die Juden zu vernehmen. Der Abgeordnete für Itzehoe erklärte 1836 rundheraus, daß er eine nicht zu unterdrückende Antipathie gegen die Juden hege. Etatsrath Dorn 1838 glaubte den Culminationspunkt des Rechtsbewußtseins und der Humanität erreicht zu haben, als er die Gnade des Königs für die Besserstellung der Holsteiner Juden, insoweit dies nicht das Wohl der Bürger beeinträchtigt, anzurufen beantragte. Pastor Mau motivirte den Druck der Juden als einen Fluch, der auf ihnen in Folge der Kreuzigung, Christi laste, rieth aber dennoch, von Humanität überströmend, zur mildern Praxis, weil man sie dadurch eher für die Kirche gewinnen könnte. Man ging indeß wieder zur Tagesordnung über. Die Jahre 1848 und 1849. sahen die Juden trotzaltdem unter den opferwilligsten Patrioten und in den vordersten Reihen der Vaterlandsverth erdiger*), ohne daß das Land ihnen als Natioualdank die Civität geboten hätte. In den fünfziger Jahren petitionirten Hie holsteinischen Juden bei den Ständen, im Hinweis auf die Staaten, die durch volle Emancipation der Juden dem Recht und der Humanität unverkürzt Rechnung getragen haben, ohne dadurch weder in ihren kirchlichen Verhältnissen noch in ihrem Bürgsrwohl atterixt worden zu sein — vergebens. Pastor V e r s!n an n von Itzehoe wiederholte in etwas gewählteren Ausdrücken die gelehrten Thesen seines Aintsbruders Mau und — man ging wieder zur Tagesordnung über. Bald darauf suchte ein holsteinischer Jude (irren wir nicht—> ein Lehrer), im Aufträge vieler Brüder, auf Schloß Amalienburg bei dem Minister von Holstein um wiederholte Einbringung der Judensache bei den Ständen nach, erhielt aber den wenig tröstlichen *) Unter den Reichstruppen, die am 13. April 1849 die Dnppeler Sch anz en, erstürmte, war eia h olsteiner Jude einer der. Ersten und ward dafür dekorirt. Res. hat auch die Kugel gesehen, die ihm ausser Wunde geholt wurde, har aber den Namen des Braven vergessen.

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