Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1863-1864)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1864)
- Article
- Die Natur und die Bibel in der Hand der materialistischen Weltanschauung
- Date
- 1864-02-01
- Page
- 148 (sequence 4)
- Language
- German
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148 I Die Natur und die Bibel in der Hand ״stoff von Ewigkeit her vorhanden nnd in beständiger Umbildung ״in einer nach höherer Entwickelung strebenden Bewegung begriffen ״ist, wobei die Welt'überall den Grund ihrer Gestaltungen in sich ״selber tragt." Dieser Satz von der Ewigkeit des Weltstoffes und einer den Grund ihrer Gestaltungen, nur in sich selber tragenden Welt, ist das Erbtheil der phantasirenden Speculation, hinsichtlich dessen die modernste Weltanschauung mit dem phantasirenden Denken der ältesten, unmündigen Zeit durchaus auf gleicher Linie steht. Moderne Beifügung ist: die nach höherer Entwickelung strebende Bewegung. Dieser, iyr tieferen Grunde den freien Menschen wie den freien Gott negirenden, modern-antiken Weltanschauung gegenüber, wollen wir nur vorübergehend bemerken, wie denn doch eine nüchterne Logik schon an dem.inner« Widerspruch -Anstoß nehmen dürfte, der denn doch dem Begriffe einer den Grund ihrer Gestaltungen nur in. sich tragenden, höhere Entwickelung anstrebenden Welt aus einem von Ewigkeit vorhandenen Weltstoffe unlösbar anhäften dürfte. Der Begriff einer ״ewigen Zeitreihe" ist schon an sich mehr eine Vorstellung her Phantasie, als ein von dem logischen Denken construirbarer Gedanke. Eine Zeitenreihe ohne Anfang muß selbst in, Jahrtausende von einander entfernt liegenden, Momenten eine gleich große Vergangenheit zurückgelegt haben. Vor einem Jahrtausend war die Welt ebenso schon von Ewigkeit her als heute. Eine Ewigkeit kann aber nicht kleiner sein als eine andere, denn Ewig ist eben daS völlig Unbegränztk. Nun haben wir gleichwohl das nicht weg zu dcmonstrirende Bewußtsein, daß die Welt heute gerade ein Tausend Jahre langer steht als vor einem Jahrtausend; es kann somit die Welt weder heute noch vor einem Jahrtausend von Ewigkeit her gewesen sein. Die Ewigkeit einer in der Zeit fortdauernden Welt dürfte also schon an sich für den logischen Verstand ein Absurdum sein. Und nun noch gar eine immer nach höheren Gestaltungen, aus einem ewigen Urstoffe sich bewegende Welt, die den Grund ihrer Gestaltungen nur in sich allein trage! Einen solchen Gedanken muß der nüchterne logische Verstand als ein Absurdum der größten Ungehenerltchkeit erkennen. Trägt die Welt, den Grund ihrer Gestaltungen nur in sich, so sind auch die Ursachen ihrer vollkommeneren Gestaltuugen nur in ihr selbst zu suchen, und liegt dem allen ein ״ewi-