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Jeschurun · 1864-01-01 · Heft 4 (Januar 1864) · p. 114

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1863-1864)
Issue
Heft 4 (Januar 1864)
Article
Das jüdische Weib
Date
1864-01-01
Page
114 (sequence 2)
Language
German
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114' Das jüdische Weib. M. fcn! Da will sie diesem Wunsche so nahe alS möglich kommen, will ihrem Gatten so nahe als möglich eine Mutter seines Sohnes werden, sie will was ihr physisch nicht mißlich moralisch versuchen, will die moralische Ursache der Geburt und die ganze Pflegerin und Erzieherin seines SohneS werden, sie bittet ihn ihre Sklavin zum Weibe zu nehmen, damit deren Kind ihr Kind werde und sie es an Mutterstelle sür Abraham heranpflege und erziehe. Und wie bittet sie ihn! Wiederum das Wörtchen נא zeigt wiederholt wie sehr sie Abrahams Widerstreben hierbei zu überwinden hatte. הנה נא עצמי ד׳ מלרת בא נא אל שפחתי אולי אבנה טמנה. Siehe, es liegt doch nur an mir die Schuld, daß du kinderlos bist, komme doch zu meiner Sklavin vielleicht gelange ich zu einem Kinde durch sie. Abra- Ham gehorchte Sara'sBitte und sie gab ihm ihre Sklavin ihm zum Weibe! Allein sie hatte sich verrechnet. Hagar sollte Abraham's Gattin werden und ihre Sklavin bleiben; auf diesem Letzter« beruhte das ganze Gelingen ihrer Absicht; nur dann durfte sie hoffen völlig ungehinderte Macht über das zu erwartende Kind zu habe!,, es ganz dem erziehlichen Einfluß der Sklavin entziehen, und es rein in Abrahams Geist erziehen zu können. Darin hatte sie sich verrechnet. Das Weib, das Abrahams Gattin geworden war und ein Kind von Abraham unterm Herzen trug, konnte nicht mehr Sklavin bleiben, war bereits frei geworden. Wie sie sich von Abraham Mntter fühlte ward der Freiheitsdrang unwiderstehlich in ihr rege, und duldete keine Unterordnung unter eine Herrin mehr. Sara's Hoffnung war getäuscht, war ohnehin von vorn herein eine Täuschung. Für das Volk, das die geistige und sittliche Zukunft der Völker in seinem . Schooß kragen sollte, genügt es nicht von einem Abraham erzeugt zu sein, es muß von Abraham erzeugt und vor» einer Sara empfangen und geboren werde», damit Abrahaur'S Geist und Sara's Gemüth und Sitte in ihm vereinigt fortlebe. Gin mizrisches Weib gebiert dem Abraham keinen Sohn. Wunderbar haben sich alle die Eindrücke dieses Ursprungs in dem Charakter der Zsmaeliten, dieser Hagars-Söhne vom Abraham ausgeprägt und »nvermischt erhalten. Abraham's monotheistischer Geist, Hagars hamitische Sinnlichkeit und Freiheitsdrang, und der am Brunnen des ״Allem vorsehendeu Lebendigen" geschöpfte und darin bis zum Fanatismus ausschreitend« Glaube an die Vorsehung des^.

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