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Jeschurun · 1863-12-01 · Heft 3 (Dezember 1863) · p. 91

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1863-1864)
Issue
Heft 3 (Dezember 1863)
Article
Cucullus non facit monachum
Date
1863-12-01
Page
91 (sequence 3)
Language
German
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Zwecke einen Rabbiner auf, welcher In den ewig wahren Pfaden der Gemorah wandelt und auch andere darin zu leiten versucht, trennt sich überhaupt von der anderen Gemeinde, damit sie Niemanden Aergerniß bereitet, aber auch in ihrem Streben nicht gestört sein will, errichtet ferner eine orthodoxe Erziehungsanstalt, stellt einen solchen Schochet an, mit welchem sie sich nach den Vorschriften des Schulchan-Aruch beruhiget glaubt; so setzt man voraus, dieses alles geschah deßwegen, damit diejenigen, welche es thaten, sowohl sich selbst wie ihre Kinder auf acht jüdischem Wege wissen. Voranssetzungen sind aber manchmal nur Voraussetzungen, und wäre, wenn es sich hier anders erwiese, dieses eine Regel ohne Ausnahme, was sich doch in der Natur der Dinge so selten trifft. Freilich, sollte bei diesem Falle das 6886 non videri nicht blos Phrase bleiben, sondern jeder Jude, welcher sich orthodox nennt, sollte es auch wirklich sein; aber daß die Medisauce auch auf das orthodoxe Judenthum, des ״Blackfischö schwarze Farbe spritzt", dafür sorgen schon einige, welche sich orthodox nennen. Es ist unglaublich aber wahr und traurig, wie manche, welche es sich angelegen sein lassen, einen ächteu Schochet zu haben, sich nicht entblödeu auf der Reise ganz uujüdisch gegen die Vorschrift zu leben und durch die Gesellschaft, die Zeitnmstände u. dgl. sich entschuldigen. Thoren! die da glauben die Thora wäre nur in besonder» Umständen bindend. Ferner giebt es manche, welche vieles leisten, damit ihre Kinder tu einer orthodoxen Unterrtchtsanstalt, unter Aufsicht eines orthodoxen Rabbiners erzogen werden, und des Judenthums letzte Lehre eingeprägt bekommen, — doch wohl nur in der Schule. Denn sobald ihre Kinder erwachsen sind, was dann? Za was dann! Siegeben ihre Jünglinge, welche in der Schule die Heiligung des Schaboth erfahren, in solche Häuser aus welchen dasselbe schon längst ausgezogen, verkaufen um schnödes Gold ihre Söhne und Töchter und lassen dieselbe solche Ehebündnissc eingehen, daß vielleicht auf immer dem ächten Judenthum von denselben Lebewohl gesagt wird. Das früher Erlernte klingt thneu dann nur noch wie ein Mährchen, wie eine Sage der Vorze it Oft, ja sehr oft möchte dieses aber auch eine solche Richtung neh-׳ men, daß den Eltern ihre allzugroße Fürsorge für das materielle Wohl ihrer Kinder, theuer zu stehen kommt. Es könnte ja gar leicht 6*

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