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Jeschurun · 1863-12-01 · Heft 3 (Dezember 1863) · p. 90

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1863-1864)
Issue
Heft 3 (Dezember 1863)
Article
Cucullus non facit monachum
Date
1863-12-01
Page
90 (sequence 2)
Language
German
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90 Cuculus non facit monachum. ches gut gebraucht sein mag, aber als Verthcidtgung, als Entschnldtgung unjüdischen Lebens, darf und soll es durchaus nicht dienen Schöner Zustand! Ein Wagen in welchen Betrunkene sich hineinse, Heu. Werden denn nicht, wenn eine solche Chaise durchs Dorf fährt, die Gassenbuben die ganze Chaise, ob dem unanständigen Betragen einzelner Betrunkener, hernehmen? Werden denn nicht eben dieselben Gassenbuben, wenn der Wein zu beiden Seiten des Wagens herunterrinnt, ein Zeichen, daß von manchen gar zu viel getrunken wurde, mit Hohn und Halloh alle im Wagen Sitzenden begrüßen? ttttb daß sie dieses thun, sind doch sie, die Gassenbuben nicht allein Schuld daran. Und nun, wenn diejenigen, welche sich zum traditionellen, orthodoxen Judeuthnm zählen, nicht makellos rein dastehen, wer kann es den ״Buben leer von Mizwoth" verbieten, so sie ein Geschrei über das ganze, orthodoxe Judenthum erheben. Daß sie jedoch, ob der Sünde Einzelner der ganzen Gemeinde es entgelten lassen, sollte jeder, der sich zu den Orthodoxen zählt, bedenken und soviel möglich durch seine Thaten keinen Anlaß und Vorwand zu einem solchen Geschrei geben. Es ist ja genugsam bekannt, daß diejenigen, welche nur Fehler anderer sehen wollen, keinen Unterschied zwischen Stroh und Getreide machen. Doch dem sei wie ihm wolle. Jene, welche mit dem traditionellen Judenthume so groß thun, demselben aber durch ihre Thaten keine Ehre machen, sind nicht berechtigt den Namen orthodoxer Juden, in der wahren Bedeutung zu usurpiren. Gleicht ein solcher, welcher die Jnstttutionen des wahren Judenthums ausrichtcn hilft, selbst aber die Formen, welche diese Institutionen zum wahren Judenthum machen, sich nicht anbequemt, nicht dem Slsyppus in der Fabel, der mit unsäglicher Mühe einen Stein den Berg hinanwälzt, und sobald er denselben oben hat wieder Herabrollen läßt? ■ Wie sollte auch derjenige ein ächter Jude heißen, welcher das Judenihum wie es sein soll, mit der Linken aus die Balancierstange der Orthdodoxte hebt, während er es mit der Rechten weit von sich schleudert. Nehmen wir an: eine Anzahl ächtorthodoxer Juden unzufrieden mit den irreligiösen Zuständen ihrer Gemeinde, welche heutzutage leider wie eine Sündfluth die Erde überschwemmt haben, will sich andere ächt jüdische Einrichtungen schaffen, nimmt daher zu diesem

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