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Jeschurun · 1863-12-01 · Heft 3 (Dezember 1863) · p. 74

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1863-1864)
Issue
Heft 3 (Dezember 1863)
Article
Das jüdische Weib
Date
1863-12-01
Page
74 (sequence 2)
Language
German
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74 '; Das jüdische Weib. H. von einander lassen! Und nun das Gottesurtheil, das das irdische Paradies für Jahrtausende hinab hinter ihnen und ihren Nachkommen schließen und eine: neue Bühne der prüfenden, läuternden und erziehenden Entwickelung der Menschheit eröffnen sollte, wie rektificirt es dem entsprechend für diese langen Wanderjahre der Menschheit die Stellung des Weibes, und wie leuchtet selbst da die hohe Bedeutung der weiblichen Bestimmung hervor! Man hat sich gewöhnt, das: בעצב חלדי בנים alö das Verhängniß: ״in Schmerzen sollst du Kinder gebären", zu betrachten und zu betonen, und doch genügt der einfache Einblick in alle betreffenden Stellen, um die Ueberzeugung zu gewinnen, daß die Wurzel עצב nie einen körperlichen Schmerz bedeutet. עצב ist vielmehr das mvdificirte עזב und bezeichnet den Begriff: mit Widerstreben (צ) von Etwas lassen. Es entspricht somit unserem: Entsagen, und als Solches tritt es bedeutungvoll in dem neuen Verhängniß des Mannes wie des Weibes hervor: הרבה ארבה עצבנו והרנך — בעצב תלדי בנים, בעצבון תאכלנה. Der Gebrauch des Praeteritum in den beiden Sätzen ולאדם אמר ,אל האשה אבזר lehrt, daß der Anrede an die Schlange die Anrede an das Weib, und dieser die Anrede an den Manu vorangegangcn war. Ehe zum Weibe gesprochen wurde הרבה ארבה עצבונך war bereits zum Manne gesprochen בעצמן תאכלנה. Es dürfte dies zum richtigen Verständniß der zum Weibe gesprochenen Worte nicht unwesentlich sein. ״ ,בעצמןEntsagung", das ist die große Uebung, die fortan die geistige und sittliche Arbeit des Menschen an sich charakterisirt. Durch Genussesstreben ist das irdische Paradies verloren gegangen, nur durch Entsagung kann es wieder gewonnen werden. Das irdtsche Paradies ist nur für diejenigen geöffnet, die seiner entbehren gelernt und seiner zu entbehren vermögen. Den sinnlichen Reizen und ihrer Befriedigung, licbgewonnenen Wünschen und ihrer Ge- Währung um hoher Zwecke willen zu entsagen, mit Entsagung seine Pflicht zu erfüllen und in dieser Pflichterfüllung seine Seligkeit zu finden, das ist die Aufgabe, in welcher fortan der Mensch zum Manne und Weibe erstarken, in welcher Mann: und Weib das ihnen innewohnende Göttliche wahren und bewähren sollen. Um diese Schule durchzumachen, verschließen sich ihnen-die Pforten

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