Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1863-1864)
- Issue
- Heft 2 (November 1863)
- Article
- Deutschland : Berlin [Nachricht]
- Date
- 1863-11-01
- Page
- 68 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2932754-2932933-2932936--08657-2948410- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
in dem Jnstanzenzug seine gebührende Rectification finden wird, find wir überzeugt, daß sich die Juden in keiner Weise/ insbesondere geschästlicher, zumal beim Creditgeben im Departement des Kreisgerichtes von Bergen werden beirren lassen. Schließlich erlauben wir uns für sämmtliche Damen der Insel Rügen die Notiz, daß auch ste, nach denselben Principicn wie die Inden, bet passender Gelegenheit für gerichtlich unglaubwürdige Zeugen erklärt werden möchten. Das kanonische Recht c. 10 X. 5 40 und c 17 C. 33 qu. 5 bestimmt es ausdrücklich also. Lemberg, 7. Okt. Vor einigen Tagen fuhr ein hiesiges jüdisches Ehepaar, das die Feiertage bei Verwandten in Tarnow zugebracht hatte, in einer Postchaise von dort zurück nach Lemberg. Neben ihnen saßen im Wagen noch zwei Männer, die sich anschetnend recht gut mit dem Ehepaar unterhielten. Nahe vor Lemberg angekommen, zogen die Fremden Dolche hervor und verwundeten Mann und Frau töetlich. Wie man hört, ist der Mord aus politischcn Motiven und durch Nationalgendarmen erfolgt. Doch hat das mcuchelmörderische Inst ument die Unrechten getroffen. Man erzählt nämlich, daß die geheime Nationalregierung von einem hiesigen jübischen Tuchhändler eine bedeutende Lieferung von Tuch bestellt, die jedoch nicht geliefert wurde, troßdcm die Nationalregierung wiederholt mahnte. Dem Tuchhändler wurde ein Tvdesnrtheit zugeschickt, das an jenem unglücklichen Tage zur Ausführung gelangen sollte. Zufällig, war der Tuchhändler in Lemberg geblieben, nnd das Ehepaar, das mit dem geheimen Coniitc in keinerlei Konflikt gekommen war, ist ein Opfer eines Jrrthums geworden. Ste können sich denken, welches Aufsehen der Fall hier gemacht hat, namentlich da in letzter Zeit die Gemüther sich etwas zu beschwichtigen begannen. Nun ist der neue Stoff gekommen, der überall in allen möglichen Variationen durchgesprochen wird. (Ostd Ztg.) Italien. Rom, September. Hier wurde vor kurzem wieder eine Mortara-Geschichte aufgcführt; dicöinal war aber das Opfer das der Alleinseligmachenden zugeführt werden sollte kein Knabe sondern ■— ein neunjähriges Iudcnmädchen Graziöser Cariglia, dessen Entführnng durch eine Kupplerin^ und Unterbringung in dem Kloster der Katechumenen in Rom gemeldet wurde. Dieselbe ist jetzt trotz bcc verzweifelten SchritteZihrcr Eltern endlich getauft worden. Auf eine Supplik der jüdischen Gemeinde in Rom an den Cardinal Cagiano, Vorsteher des Conservatoriums, worin derselbe beschworen wird, den unglücklichen Eltern ihr Kind wieder zu geben, schrieb