Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1863-1864)
- Issue
- Heft 2 (November 1863)
- Article
- Worte, am 18. Oktober 1863 in der Synagoge der israel. Religionsgesellschaft zu Frankfurt a. M. gesprochen
- Date
- 1863-11-01
- Page
- 42 (sequence 2)
- Language
- German
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42 Worte am 18. Oktober 1863 re. gesprochen der Völker fröhlich werden und jauchzen, weil Er die Völker ordnet in Geradheit und Er die Regierungen der Völker auf Erden leitet . .םלה Dieser Wunsch, in. Fr., der so oft über jüdische Lippen geht, der Wunsch, Gottes Angesicht auf Erden, sein Walten und seine Führung zu erkennen, den Weg Gottes zu gewahren, der zu dem. Ziele führt sein Heil unter allen Völkern zu begründe», die Fußtapsen dieses Weges, die Spuren dieser Gottesgänge auf Erden, die dem nicht denkenden Menschen verloren gehen, zu ahnen und zu verfolgen, diesen Wunsch dürften wir wohl nimmer mit innigerem Bewußtsein aussprechen, als in dem Augenblick, in welchem wir heute zu ungewöhnlicher Stunde im Gotteshaus uns versammelt sehen. Wenn dieser Tag hier im Gotteshause seine Bedeutung sinden soll, wenn hier im Gotteshause seine Früchte an uns reifen sollen, o so müßte ein solcher Tag, wie kein anderer geeignet sein, die Augen uns zu öffnen לדעת בארץ דרכך ככל גוים ישועתך, im Strahle seines Angesichts neben und bei uns die Wege Gottes auf Erden zu erkennen, wie er auf Erden die Völker führt und unwiderstehlich, trotz aller menschlichen Bemühungen sein Heil unter allen Völkern zum Ziele bringt. Wohl wiegt jeder Tag einem Jahrhundert in der Weltgeschichte gleich, wohl ist die Geschichte eines jeden einzelnen Menschen so bedeutsam groß wie die Geschichte der Gesammtmenschheit; wohl dürfte jeder Augenblick die Menschen zusammenrufen um ein Tedeum zu feiern, um ein Halleluja dem Führer durch die Zeiten erklingen zu lassen. Allein unsere Blindheit, unsere Geisteskürze und die Macht der Gewohnheit ist so stark, daß das in seinem alltäglichen Wunderkreis sich fortspinnende Leben an uns vorüber rauscht, ohne daß wir die Wuudergüte Gottes gewahren, die in jedem Augenblick auch des gewöhnlichen Lebens uns auf Adlersflügeln trägt. Erst Ereignisse so Welterschütternd, so weltzerstörend und weltgebärend müssen kommen, erst Erinnerungen von so weit umfassender Bedeutung in uns wach gerufen werden, auf, daß das, was einem frommen, gotterfttllten G'emüth zu jeder Zeit klar ist, zum allgemeinen Bewußtsein reift und die Völker alle vor dem allmächtigen Gotte der Hecrschaarcn auf die Knie wirst, dessen Weg auf Erden sichtbar geworden, sein Heil unter allen Völkern herbeizusühren. Wohl aber giebt cs im ganzen Verlaufe