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Jeschurun · 1863-09-01 · Heft 12 (September 1863) · p. 544

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 12 (September 1863)
Article
Über die beim Anlegen der Tephillin zu sprechenden berakot
Date
1863-09-01
Page
544 (sequence 2)
Language
German
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544 lieber die beim ÄntegenIder Körp er ^ünd Geist zeigt uns, daß, wie für unseren leiblichen Organtsmüs die,Nahrung nothweudig ist, ebenso auch für unsere Seele und die Erreichung der von Gott uns gegebenen Bestimmung äußere Erinnerungszeichen unerläßlich sind. Denn wenn wir auch, so lange wir die Wunder Gottes mit unseren Augen wahrnehmen können, von der göttlichen Weltherrschaft, von Gottes Macht und Vorsehung durchdrungen sind, so können doch durch den Wechsel der Zeiten und durch die Anstrengung, welche durch die Sorge für unsere irdische Erhaltung hervorgerufen wird, die Erinnerungen an die Absichten, welche Gott mit unserer Erwählung verband, unserem Bewußtsein entschwinden, und darum hat Gott durch das i» der Nähe unseres Herzens anzulegcnde Zeichen und die auf unserem Haupte zu tragende Erinnerung uns eine Nahrung für unfern Geist gegeben, durch welche wir unsere wahre Bestimmung erreichen können, ünd der unsercr Erwählung zu Grunde liegenden göttlichen Absichten stets eingedenk bleiben. Nücksichttich dieser die Erreichung unseres Lebenszwekkes vermittelnden Bestimmung der Tephillin sagt auch Resch Lakisch Menachot 44 a. כל המגיח חפ;לין מאריך. ימי׳ שג׳ ד׳ עליהם יחיו. Die Tephillin sollen uns also daran erinnern, daß wir, wie wir durch die Nahrung und Pflege, die wir unserem Körper zukommen lassen, für unser physisches Leben sorgen, ebenso auch unserem Geiste fortwährend jene von Gott vorgeschriebeuen Erinnerungsmittel und Stützen zusühren sollen, die zur Lösung unserer jüdischen Aufgabe nothwendig sindwie cs bereits 5. B. M. 8, 3 ausgesprochen ist, ״daß nicht vom Brode allein der Mensch lebt, sondern daß von allem, was° aus dem Munde Gottes hervorgegangen, der Mensch lebt;" daß also unser Leben nicht blos tn unserer physischen Existenz sonder» in der Befolgung des göttlichen Wortes besteht. Auch Abarbancl sagt in seinem Thorakomentare zu 5. B. M. 6, 8: ״So we- ,,nig man an die natürlichen Bedürfnisse vergißt, eben so wenig darf ״man an die göttlichen Kundgebungen vergessen, da nur ihre Be- ״folgung es ist, wodurch der Zweck unseres Lebens erreicht Wörden ״kann. Darum hat Gott befohlen, daß man sich Zeichen mache, um ״Seiner Kundgebungen zu gedenken und damit dieselben nicht in ״Vergessenheit gerathen, weil nur in der Erfüllung Seines Willens ״unsere Vervollkommnung besteht, und das Leben unserer Seele nur ״hievon abhängig ist. Und deßhalb sprach Gott: ״Du sollst siebin-

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