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Jeschurun · 1863-08-01 · Heft 11 (August 1863) · p. 515

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 11 (August 1863)
Article
Jawen Mezula [Rezension]
Date
1863-08-01
Page
515 (sequence 7)
Language
German
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,Zawen Mezula? 515 ßen und riefen aus: ״Wer will ein Lämmchen oder Schäfchen kaufcn?" Gott räche ihr Blut." Die Erschöpfung auf kosakischer wie polnischer Seite war endlich zu groß, man mußte sich zu einem Frieden entschließen. Derselbe kam durch den Vertrag zu Zborov am 16. August 1649 zu Stande. Der polnische König, Johann Casimir, der seinem Bruder Wladislnw succedirte, bewilligte den Kosaken unter Anderm, daß innerhalb ihrer Wohnplätze kein Jude weder als Grundbesitzer, noch als Pächter, noch als Inwohner geduldet werden solle. Das war der Dank, den man den Inden für das ganze Maß ihrer Leiden um ihre Treue gegen Polen zollte! Der Herausgeber der Uebcrsetznng, Herr I. I. Benjamin II. hat wahrlich Recht, wenn er in seinem Vorwort sagt. ״In den Zeiten der Noth und Gefahren drückt man Israel brüderlich die Hand und ladet es ein, mit Gut und Leben gegen den Feind einzustehen, — ist aber der Feind durch seine Hilfe mit zurückgeschlagen, dann hat mit der Noth auch die brüderliche Gesinnung ein Ende und Israel ist der zur Erniedrigung und Steuerzahlung verurtheilte Fremdling wieder. Das lehrt die Geschichte aus jeder Seite." Den traurigen Zustand der Juden nach dem Friedensschlüsse schildert Neta mit einfachen Worten wahrhaft ergreifend: ״Nach dem Lanbhüttenfeste des Jahres 5410 (1650) kehrten die polnischen Edellcute wieder in ihre Städte und Häuser zurück, so wie auch der Ueberrest Israels, die Verwaisten, die immer mehr verarmten. Auch jetzt fanden sie keine Ruhe, denn es war große Thenerung und Handel und Verkehr war nicht vorhanden." — ״Die armen Juden hingegen, die in der That in der tiefsten Dürftigkeit lebten, wurden bet der Volksmenge und bet den Edelleuten für reich gehalten, und jeder Einzelne rief ihnen sein: ״Gieb, gieb" zu. Der König und die Edclleute verlangten Steuer, die Juden aber hatten keine» Pfennig im Vermögen, gaben jedoch den Zehnten von dem hin, was sie an Silber, Gold und Gewändern gerettet hatten, um den halben Werth. Dann kamen andere Ausgaben für die Krteger und dergleichen, wozu sie den Zehnten gaben, so daß in ihrem Besitze nicht der zehnte Theil ihrer Habe blieb. Die Armuth griff immer weiter um sich, trotzdem lobten und priesen sie den Herrn, daß nun Frieden war."

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