Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1863)
- Article
- Zum jüdischen Gemeindeleben
- Date
- 1863-07-01
- Page
- 457 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Aphorismen. V. 457 einen Gideon einen Jiphta und Simson erfüllte; der Geist, der die ganze Nation zur Nechtsgenugthuung für ein mißhandeltes Weib in Mizpa versammelte, der eine Hanna, einen Samuel, einen Jonathan und einen David erzeugte, der die Saiten der Sohne Kora's berührte, der einen ChtSkija und Joschia auf dem Davidsthron leitete, der einen Eliahu, einen Elischa, einen Jesaias, einen Amos und die ganze leuchtende Prophetenschaar befähigte, Männer Gottes zu werden; der Geist, der einen Esra und Serubabel, der die אנשי כ׳נ׳הג und die hehre Reihe der Chachamim und Rabbanim Jahrhnndcrte hinab durchglühte und erleuchtete, daß sie es begriffen und vollbrachten, ein ganzes Volk über die Trümmer seines Staatölcbcns hinübcrznretten und es in dem geistigen, sittlichen Nationalschahe und in der geistigen, sittlichen Nationalanfgabe das unzerreißbare Nationalband und den unverlierbaren nationalen Boden des Lebens und Wirkens mit begeisternder Hingebung erkennen und pflegen zu lehren; der Geist, der alle die beseelte, die in ihrem Geiste als Lehrer und Pfleger, als Leiter und Retter in größten undMeinsten Kreisen der allzerstreuten jüdischen Diaspora sortwirkten und die geistigen und sittlichen Wunder des Galuth erzeugten z dieser ganze Geist, der die jüdische Geschichte gebaut, er ist kein anderer, als das Licht und daS Feuer des Gemetnsinnes, dessen erste Flamme einst in Simeon und Lewi aufloderte. Und wir, nun in glücklichem Tagen die große Erbschaft der Vordern angetreten, so werden wir unsere Aufgabe in unserer Zeit nur dann würdig zu losen vermögen, wenn uns mit dem Erbe der Vorzeit zugleich auch ihr Geist überkommen, und wir den jüdischen Gemeinsinn zu nähren und zu pflegen verstehen, der allein die Lebensluft bildet, in welchem alles Jüdische wahrhaft gedeiht. Diese Pflege des jüdischen Gemeinsinns ist aber in unserer Zeit eine doppelt ernste Aufgabe, je mehr sie uns auch die Pforten des bürgerlichen Gemeinwesens geöffnet und die Anliegen dieses größer» bürgerlichen Gemeinwesens auch die Anliegen des jüdischen Bürgers geworden. Da gilt es, in uns und allen Genossen das jüdische Bewußtsein wach zu halten und zu Wecken, das über die allgemeineu menschlich bürgerlichen Anliegen, die besondcrn jüdischen nicht vergißt, das vielmehr den im jüdischen Kreise erbeigeuthümlichen