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Jeschurun · 1863-07-01 · Heft 10 (Juli 1863) · p. 455

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 10 (Juli 1863)
Article
Zum jüdischen Gemeindeleben
Date
1863-07-01
Page
455 (sequence 7)
Language
German
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Aphorismen. V. 455 Freund und den nächsten Verwandten hin, wenn er dem Götzen gedient. Nur Männer, in welchen der jüdische Gemetnstnn rein und hell lebendig war und alle andern Rücksichten in den Schatten drängte, konnten einen solchen Auftrag entgegennehmen und vollführen. Darum konnte es vom Stamme Lewi gesagt werden ״deine Thumim und Urim (all dein Vollendetes und dein Licht) sind den Männern deiner Hingebung anvertraut, die du mit mancher Prüfung erprobt, dem du den kleinsten Fehler am Hadenwasser gerügt, die selbst von Vater und Mutter sprechen, ich sehe sie nicht, Brüder nicht kennen, von Kindern nichts wissen, weil sie dein Wort gehüthet und deinen Bund wahren wollten, die Lehren deiner Ordnung Jakob und Israel deine Lehre, sie legen die Rauchesgabe vor dein Angesicht und das Ganzopfer auf deinen Altar, segne Gott seine Kraft und nimm wohlgefällig seiner Hände Wirken hin, seinen Widersachern schlage Du die Lenden und seine Hasser, daß sie sich nicht erheben" — nur levittscher Gemeinsinn weihet den jüdischen Mann, nur levttischer, seiner selbst völlig vergessender Gemeinsinn darf auf Segen und Beistand des Höchsten rechnen. — Cs ist daher sicherlich nur ein ehrendes Attribut, wenn die Priester so häufig כהנים הלוים genannt werden, oder wie הזל bemerken נ מקומות נקראו הנהנים לויים; der höchste Ruhm der Priester war, Lewiten im edelsten Sinne des Wortes zu sein, sich als Blüthe der Söhne Lewt's zu bewähren. Als darum die Priester mit den Schwächen unb Verirrungen ihrer Zeit liebäugelten, statt das Gotteswort in seiner Reinheit und Schärfe zu vertreten, dem Volke und den Großen nach dem Munde sprachen, נושאים פנים נתורה waren, wie der Prophet es ausdrückte, die Gotteslehre und das Gottesgesetz den subjektiven Zeitrtchtungen gemäß accomodtrten und selbst den einreißenden Mischehen, diesem Verrath des jüdischen Heiligthums an seiner Wurzel, ein beschönigendes Wort liehen, da ward das Wort Gottes an die Priester: ״Ihr sollt es doch wissen, daß ich an euch dieses Gebot gesendet, damit mein Bund mit dem Lewi sei. Mein Bund war mit ihm, er lautete: Leben und Friede! Beide gab ich ihm in der Furcht, die er mir zuwendete und da er der Erste war sich vor meinem Namen zu beugen. Da war die wahre Lehre in seinem Munde und aus seinen Lippen ward nichts Unrechtes gefunden, 29*

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