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Jeschurun · 1863-06-01 · Heft 9 (Juni 1863) · p. 399

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 9 (Juni 1863)
Article
Zum jüdischen Gemeindeleben
Date
1863-06-01
Page
399 (sequence 2)
Language
German
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Aphorismen. IV. 399 tretern, Beschützern, Verfechtern, zu Erben und Vererbern des Gesetzesheiltgthums geboren, und doch — wenn wir das Leben fragen, wenn wir uns in den Gemeinden der Gegenwart umschauen — wie wenig weiß die Wirklichkeit von Trägern und Verfechtern des Gesetzes zu erzählen, wie sind es fast überall nur Einige, Einzelne, Vereinzeltedie mit Thatkraft und opferfreudiger Hingebung einstehen wenn dem Gesetze in ihrem Kreise durch Vernachlässigung oder Frevel öffentlich Gefahr droht, die überhaupt nur sich danach umschauen wie es mit dem Erbe derKehillath Jakob stehe, und die allen Muth, alle Freudigkeit und allen Ernst ihres Wesens zusammen nehmen müssen um nur nicht durch die frostige Thetlnahmlosigkeit ihrer Genossen zu erlahmen und deren witzelndes und kopfschüttelndes Tadeln nicht zu scheuen! Woran dies liegt? Das liegt an Vielem. Die ganze Richtung der Zeit ist einer jeden idealen Aufsassung der Lebensaufgabe entgegen; es ist ihr Stolz vorzüglich praktische Zwecke ins Auge zu fassen, und ihr ist ideal Alles, was über das zur heitern Ausstattungen der Lebensexistenz Nothwendige hinausgeht. Jndenthum, Gesetz, Gottes Wort und Weisheit, Gottes Wort und Lebenshetligung, Gottes Wort und lebendiger — nicht blos kirchlicher — Gottesdienst steht nun eben nicht in dem Register dieser Nothwendigkett. Es steht auf diesem Register so vieles, was die Zeit zur heitern Lebensexistenz für nothwendig erachtet, daß in der That für Judenthum und Jndenthümliches wenig Raum geblieben. ״Religion" hat eine Rubrik, allein eben nur als ״Religion", als eben eine ideale Staffage, deren gewisse hervorragende, übrigens höchst praktische Mvim :ite des Lebens, wie in's Leben treten, Heirathen und Sterben zur Würze und Balsam, man nennt es ״Weihe", bedürfen. Aber nur für ״Religion" geboren sein, nur geboren sein um jeden Athemzug im heiligen Dienste Gottes zu verleben, das Leben mit allen seinen praktischen Bezügen in diesen Gottesdienst aufgehen, ja nur aus diesem Dienste Gottes hervorgehen und durch die Aufgaben dieses Dienstes gestalten zu lassen, und nicht nur selbst dieser Lebensaufgabe zu leben, sondern im Bewußtsein des כל ישראל;{רבים זה לזה, nicht zu ruhen noch zu rasten, so lange diese Lebensbestimmung nicht bcwnßtvolle Lebensrichtung aller dazu Berufenen geworden — wie dies uns vierjährigen Knaben das תורה שה לגו משה für immer in Blut und Fleisch hat etnimpfeN sollen — was ist unserer

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