Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1863)
- Article
- Ijar
- Date
- 1863-05-01
- Page
- 342 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2932754-2932919-2932928-2947891--08235-2947928- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
342 Einleitung'zum Lesalas. ZesaiaS und seine Welt. Verfall bewahrte, und dadurch sich als jenes ״Sche erith" bewahrte, das eben durch den Untergang des unjüdtsch gewordenen Staates frei werden und zu einer Wirksamkeit gelangen sollten, welche Jahrtausende hindurch bis auf den heutigen Tag Israel einen Lebensgeist eingehaucht, der den Kamps mit einer zu seiner Vernichtung verschworenen Welt wunderähnlich bestanden, und die Erfüllung des göttlichen Gesetzes in einer Welt überwindenden, Menschen erleuchtenden, veredelnden und beglückenden Majestät zur Anschauung brachten, die zu ihrer Glorie Krön und Scepter und allen staatlichen Zubehörs entbehren konnte, ja eben in dieser Entbehrung um so Heller in völlig ureignem Lichte strahlt. Chiskija, König Juda's, und jener unscheinbare, treugebliebene Rest, den uns Jesaias bereits im ersten Kapitel angekündtgt, ist es, von dem wir reden. Chiskija war der letzte König, den Jesaias erlebte und Chisktjas Zeiten anzukündigen und ihre Bedeutung für das nationale Bewußtsein im vorhinein klar zu machen, bildet einen wesentlichen Theil der Aufgabe, die seiner Sendung für seine Gegenwart gewor- Eden war. Sechszehn Jahre hatte Chtskija's Vater Achas über Juda regiert, und es war völlig im Geiste der israelitischen Könige, daß er regierte. Den kanaanittschen Moloch- und den Höhendienst verbreitete er in Juda. Nicht dem Gotte des Menschen und der Menschheit, dessen heiliges und heiligendes Gesetz unter den Fittigen seiner Cherubim zur freien Erfüllung ruht wie es mit zwingender Allmacht in den Mächten des Weltalls waltet; diesen vergötterten und vergötternden Naturmächten selber galt seine Huldigung, und auf allen Hügeln und unter jedem blühenden Baum prangten ihre entsittlichenden Altäre. Achas Zeit, und Achas Einfluß ist es wohl vor Allem, denen wir in den bereits betrachteten Verirrungen begegnen. Verdrängung des jüdischen Geistes war zugleich Princip seiner Politik. Wie Israel von je immer durch dieselben Mächte geschlagen wurde, die es zu seinem Schutze herbeigerufen und um deren Gunst es Gott verlassend buhlte: so war es auch Achas, der zuerst die assyrische Macht zu seinem Schutz und Beistand herbetrief, eben die assyrische Macht, die von nun an Israel und Juda nicht losließ, bis sie beide nach einander unter dem Fußtritt ihrer Gewalt zertrümmert lagen. So hatten später Judas Könige die römischen Imperatoren