Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 7 (April 1863)
- Article
- Aus der Gegenwart
- Date
- 1863-04-01
- Page
- 326 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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828 And«!e Gegeuvart, lich intereffanter als Gesundbeit; nur in den niederen und mittleren Standen Pflegen die Krauen ganz gesund zu sein, Damen höher» Ranges sind immer etwas leidend. Ich begreife es auch gar nicht wie eine gefühlvolle Frau gesund sein kann, es gibt so viel Unglück und Elend in der Welt, wenn man das bedenkt, wie kann ein zartes Nervensystem da ungeretzt bleiben? Wie viele Kurorte habe ich in frühern Jahren besucht und bin doch heute noch so leidend wie vor zwanzig Jahren. Aber nicht desto weniger theile auch ich die Meinung eures Arztes. Nichts ist reizender als das freie ungebundene Badeleben, und Ostende ist sehr fashionable. Mehrere Diener trugen ein elegantes Gabelfrühstück herein und Arabella bat ihre Eltern es einzunehmen, sic selbst konnte nur wenig genießen. Die Eltern ließen sichs trefflich munden, ihre Kinder führten eine ausgezeichnete Küche, und kein Wein schmeckte dem Commerzienrath so gut, wie der aus seines Schwiegersohns Keller. ״Wo Arthur nur bleibt?" sagte Arabella indem sie auf die.Uhr sah ״er versprach in einer Stunde zurück zu sein und nun sind schon mehr als anderthalb vorüber." Sie ließ die Balkonthüre öffnen, von wo aus man die Aussicht aus die Landstraße hatte. ״Nach wem sehnst Du Dich denn eigentlich, nach Deinem Manne oder Deinem Kinde?" fragte lachend, ihr Vater. ״Nach beiden, Papa, aber wenn Emil bei ihm ist sollte Arthur wenigstens pünktlich sein, ich kann nie ganz ruhig sein wenn der Kleine nicht an meiner Seite ist." ״Das ist Kinderei, wenn er bei seinem Vater ist, ist er wohl eben so gut aufgehoben," meinte der Conimerzienrath. Noch eine halbe Stunde mußte Arabella sich gedulden, bis endlich die Ersehnten eintrasen. Herzlich begrüßte Arthur seine Schwiegereltern und bedauerte es sehr von ihrer Anwesenheit nicht in Kenntniß gewesen zu sein. Emil war ganz außer sich über den Besuch seiner Großeltern. De» ersten Kuß erhielt freilich die Mama, dann aber war er bald auf Großpapa's, bald auf Großmama's Schooß, und konnte sich gar nicht sattsehen an all den schönen Sachen die sie ihm mitgebracht. Arthur plauderte mit dem Commerztenrath, die Commerzienräthin unterhielt sich mit ihrer Tochter. ״Wann werdet ihr eure Reise denn ««treten?" frug sie.