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Jeschurun · 1863-04-01 · Heft 7 (April 1863) · p. 325

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 7 (April 1863)
Article
Aus der Gegenwart
Date
1863-04-01
Page
325 (sequence 12)
Language
German
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Mn S 32S Dazu war es noch zu frühe. Schon fürchtete sie Fremde, wären, in ihres Mannes Abwesenheit doppelt unangenehm gewesen die ihr aber wie rasch verwandelte sich ihr Mißvergnügen, als die Thüre sich öffnete und ihre Eltern, die sie schon seit einigen Monaten nicht gesehen hatte, herein traten. Freudig eilte sie ihnen entgegen, die Ueberraschung hatte ihr Kräfte geliehen, die sie noch vor wenigen Minuten nicht besessen, und auch ibre Wangen waren mit zartem Roth überzogen. Die Eltern waren freudig überrascht. ״Kindchen, Du blühst ja wie eine Ro.se," sagte der Cammerzienrath und klopfte ihr liebkosend auf die Wangen. ״Und wir waren in der That besorgt," fügte die Commerztenräthin hinzu, ״wir hörten so viel von Deiner Schwäche und Deinem leidenden Aussehen. Gott sei Dank, daß mau Dein Unwohlsein übertrieben." ״Ich bin in der That zuweilen leidend,^ entgegnete Arabelladie ihre Kräfte schon wieder abnehmen fühlte, ״doch so sehr arg ist's nicht." ״Aber Kind, bist Du denn ganz allein? Heute am Sonntage ist Arthur doch auch nicht im Comptoir, und wo ist der Kleine?" ״Arthur hatte Herrn von Walter einen Besuch zu eWicdern, und Emil, der kleine Schelm, hat so lange gebettelt, bis er mitgenommen wurde." ׳ ״Setze Dich , liebes Kind," bat der Commerzieurath, ״das Stehen scheint dich doch anzustrengen, Mawa wirb sich ihrer Mantille re. schon allein entledigen." Arabella winkte dem Diener; ihrer Mutter behülflich zu sein, ließ dann Lehnsessel für ihre Eltern herbeirücken und legte sich wieder aufs Canapee. ״Bist du oft so schwach, Bella?" fragte ihre Mutter. ״Zuweilen, der Doktor hat mir deßhalb Seebäder verordnet und Ostende vorgeschlagenich habe aber durchaus keine Lust dazu." ״Warum nicht?" frug der Commerzieurath, ״das könnte dir in der That von Nutzen sein, Seebäder sollen sehr kräftigend sein." Arabella zuckte die Achseln. ״Gebrauchen werde ich sie zwar, aber ich verspreche mir nicht viel Erfolg." ״Liebe Tochter," sprach die Commerzicnräthin, ״vielen Erfolg sollen sie auch gar nicht haben. Ein wenig stärker möchte ich Dich wohl sehen aber nicht zu viel. Glaube mir, Kränklichkeit ist nnend- 21

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