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Jeschurun · 1863-04-01 · Heft 7 (April 1863) · p. 310

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 7 (April 1863)
Article
Altjüdische Frömmigkeit
Date
1863-04-01
Page
310 (sequence 2)
Language
German
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810 AltMsche FrLmmigkeik. übergegangencn nützen, wenn man für ihn hienieden eine Gutthat übt, die er in seinem Leben weder geübt noch befohlen, so muß man wohl unterscheiden. Menschen, die in ihrem Leben nichts Gutes geübt, denen kann das Gute, das man nach ihrem Ableben für sie vollbringt, gewiß nicht zu Gute kommen. Allein wer Gutes gethari, aber auch gefehlt, dessen Gutes kann auch nach seinem Tode das Uebergewicht über seine Fehler gewinnen wenn man in seinem Angedenken nach seinem Ableben Gutes stiftet. Sonst freilich wäre es ein eitles Beginnen für Abgeschiedene Gutes thun zu wollen; es sei denn es geschehe in Folge seiner Anordnung oder als Fortsetzung eines bereits von ihm begonnenen Vorhabens. Wie die Schrift, was Josua und Israel vollbracht, Moses, der es begonnen, anrechnet, und den Tcmpelbau, den Salomo vollbracht, auf David zurückführt. 74 (171). Wenn Jemand im Bewußtsein seiner Sünden fastet und weint, bekenne er seine Sünden und spreche: ״Mögen meine Thränen die Flamme deines mir zugewendeten Zürnens löschen und mein wie Wasser zerfließendes Herz die Kohlen loschen, die in deinem Zürnen erglommen; die zum Bessern gerichtete Wendung meiner Lebensweise, die endlich möge dein Zürnen von mir wenden!" ״Möge mein Fasten und Dulden dich mit Erbarmen für wich erfüllen. Möge der Tisch, den ich mir nicht gedeckt, der gedeckte Altar vor dir sein, der Topf, den ich mir nicht auf Kohlen stellen ließ, wie das Feuer vor dir geachtet sein, das auf deinem Altar ohne Verlöschen brannte, die Speisegeräthe, dis man mir nicht gebracht, wie Israels Söhne das Mincha brachten. Die Minderung meines Fettcö wie die Fettstücke der Opfertheile, meiner Augen Zähren wie das Gußopfer, meines Weinens Töne wie die Gesänge in deinem Heiligihume, die Verdunklung meiner Augen wie das Leuchten der Tempellichter und meines Fastens Duft wie der Weihrauch dir sein! Und wenn ich Herz und Seele in meinen Thränen dir ergieße lösche, o Gott, mein Vergehen, und achte meiner Glieder Schwäche wie des Opfers Glieder und »;eines Herzens Bruch wie die Steine deines Altars. Mein zerknirschtes Herz sei dein Opfer, und eben dies, verschmähe cs nicht! Uns wie ich mein Herz zerreiße so mögen die Schuldbücher zerrissen werden, in welchen meine Fehler verzeichnet, stehen, meiner Lippen Wort meine Ankläger verstummen machen und meines Herzens Demüthigung das Herz derer erfreuen die dich

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