Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 7 (April 1863)
- Article
- Nissan
- Date
- 1863-04-01
- Page
- 307 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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VII. Die jüdische Welt. b. Israels Wirklichkeit. 307 glauben wir nämlich das in diesen dreien Worten enthaltene stabbrechende Motiv verstehen zu müssen. Sinnliche Schönheit war Stellj Vertreterin alles Anderen geworden, darum muß entstellendes Elend an die Stelle alles sinnlichen Schönen treten. Auch das sinnlich! Schöne hat seine berechtigte Stelle im Haushalte Gottes, allein nur so lange, als es dem sittlich Schönen untergeordnet bleibt und nur *n dessen Dienste gelten will. Wie aber sinnlich Schönes das mensch-! liche Ideal wird und alles Andere ersetzen soll, wird es ein die! Menschheit um ihre Würde betrügendes Idol, das vor dem Gottes-! Schritt in die Geschichte zu Trümmer wird. Es muß erst der ganze Jammer eines untergehenden Staatslebens durchgekostet sein, es müssen erst ״die Männer ins Schwerdt, die Helden im Kriege gefallen ״sein, es müssen erst Klage und Trauer in Zions Pforten wohnen, ״Zion erst verödet zu Boden sitzen, sieben Frauen erst einen Mann ״suchen, der ihnen nur den Gatten-Namen leihe um sie dem hülsj ״losen Wittwenthum zu entreißen; erst dann wird die nur von Gott j ״gezeitigte Blüthe das Schöne und Herrliche werden, dann aber auch! ״die Frucht des Nationalbodens Hoheit und Würde dem geretteten! ״Rest Israels gewähren. Was in Zion unentartet und unversehrt j ״in Jerusalem bleibt, das wird das Heilige auf Erden genannt wer- ״den; für alles zum Leben Bestimmte bleibt doch Jeruschalaim der ״Sammelpunkt — wenn Gott erst den sittlichen Unflath der Töchj ״ter Zions und die socialen Verbrechen Jerusalems fortgespült hat j ״mit dem Geiste des Rechts und dem Geiste der Vernichtung." ״Es j ״wird dann Gott über jeden Bergesgrund Zions und ihre Verkün- ״düngen Wolke und Rauch am Tage schaffen, und den Schein flamf ״mcnden Feuers in der Nacht; denn über allem Herrlichen wird Verf ״hüllung sein. Und eine Hütte wird Zion doch bleiben zum Tagesj ״schatten gegen die Gluth und zum Schutz und Schirm vor Guß I ״und Regen —" Verstehen wir diese Schlußsätze recht, so sagen sie j uns: Wenn gleich zur Heilung der in das Familien- und sociale : Leben eingerissenen Entartung Jerusalem-Zion zeitweilig in Trümmer j fällt, so geht damit doch ihre Bestimmung und Bedeutung nicht ■ verloren, so bleibt doch Israels und der Menschheit Hoffnung an Jeruschalaim-Zion geknüpft. Nach dem über Jeruschalaim-Zion voll-? zogenen Gottes-Gericht führt Gott zum Schutze und zur Erhaltung alles dessen, worauf Zion steht und was es in die Welt hinein zu