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Jeschurun · 1863-03-01 · Heft 6 (März 1863) · p. 274

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 6 (März 1863)
Article
Aus der Gegenwart
Date
1863-03-01
Page
274 (sequence 15)
Language
German
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274 Au« b« Gegenwart. ׳ ׳ Sie errvthete noch mehr. ״O warum nicht, Papa, wenn Du mir z B. ein hübsches Geschenk geben wolltest und wissen mochtest, welchem ich den Vorzug gebe, oder —" ״Genug, genug," lachte der Alte, ״um Ausreden sind wir gerade nicht verlegen. Aber ernsthaft, Bella, ernsthaft, ich sehe Dtr's an, daß Du weißt, was ich meine. Herr von Lilienfeld —״ ״Ich kann es mir denken," sagte sie leise. ״Nun?" rief der Commerztenrath. Dieses ״nun" klang anders, als sie es erwartet hatte, erstaunt richtete sie sich auf: ״Nun, Papa?" rief sie. ״Er erwartet Deine Antwort, Kind." ״Warum denn erst meine Antwort, hast Du ihn denn nicht gleich abgewiesen?" Jetzt war es an dem Cvmmerzienrath, zu erstaunen. ״Herrn von Lilienfeld hätte ich abwetsen sollen, wie kann Dir das einfallen, Bella?" ״Aber mem Gott, ich kann ihn doch nicht hcirathen!" ״Warum denn nicht, wenn ich fragen darf?" Verwundert sah ihn Arabella an-. ״Lieber Papa, kennst Du denn Herrn von Lilienfeld nicht? Unsere heiligsten Gebote Übertritt er ja." Der Alte legte seine Hand aus ihre Schulter und blickte sie freundlich an. ״Daran erkenne ich meine Bella. Aber wie konnte ich auch nur daran vergessen, Dir mitzutheilen, daß Herr von Lilienselb mir geschworen, Dich nie in der Ausübung irgend eines Gebotes zu hindern " Arabella schüttelte den Kopf. ״Und wenn auch ich darin nicht gehindert würde, wie konnte ich mich glücklich fühlen, wenn —" sie wurde glühend roth, ״wenn mein Gatte sie verletzen würde." ״Ich zweifle nicht," sprach der Cvmmerzienrath, ״daß, wenn Du es zur Bedingung machst, Herr von Lilienfeld sich auch dazu verstehen wird, selbst als religiöser Jude zu leben." ״Aber lieber, guter Papa I" ״Bella," nahm die Commerzienräthin das Wort, ״ich begreife Dich nicht; auch ich zweifle nicht, daß Herr von Lilienfeld Dir zu Liebe religiös werden würde und Du, die Du doch immer so fromm

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