Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 6 (März 1863)
- Article
- Aus der Gegenwart
- Date
- 1863-03-01
- Page
- 266 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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266 Aus der Gegenwart. ehe er sich selbst neben sie auf's schwellende Kanapee warf. ״Wie ist's doch hier so traulich bet meinem schönen Weibchen, im Paradiese selbst konnte es nicht wonniger sein." ״Du machst dir selbst Komplimente, denn wer hat hier mein j Paradies geschaffen?" j ״Nun, ich doch wohl nicht; was wäre das Firmament, wenn j ihm die strahlende Sonne fehlte?" ״Schmeichler," sagte Arabella, und lehnte den schönen Lockenköpf an des Gatten Schulter. ״Wie bist du so schön, Bella, und wenn du wüßtest, wie stolz ich auf dich bin; ich glaube, die ganze Welt beneidet mich, überall schauen sie uns nach, wo ich mich mit dir zeige. Aber das heutige Wetter ist auch ganz wie für mich gemacht," fuhr er, zum Fenster blickend, fort; ״ich vergaß dir's zu sagen, auf Nachmittag habe ich eine Schltttenparthie arrangirt. Du machst mir doch das Vergnügen?" ״Heute, Arthur? Es ist ja Sabbath." Eine Wolke des Unmuths glitt über sein heiteres Antlitz. ״Sabbath heute?" sagte er gedehnt; ״ach sieh, daran hatte ich ganz vergessen. Schade, Schade, das Wetter ist so herrlich und ich! selbst habe alles arrangirt. — Nicht um die Welt, möchte ich dich! überreden, gegen dein Gewissen zu handeln; aber hältst du es denn in der That für ein so großes Unrecht?" ״Arthur!" — Sie blickte ihn ernst an. ״Verzeih', liebes Herz!" sagte er, sie näher zu sich ziehend, ״es war nicht mein Ernst. Ich kenne ja deine religiösen Änschauungen und habe ja gelobt, sie zu den meinen zu machen. Es versteht sich daher von selbst, daß wir am Sabbath nicht fahren/ du mußt nur ein wenig Geduld mit mir haben. Mit der Zeit, mit der Zeit —So sprechend und sie freundlich anlächelnd ergriff er das Eisen und begann die verglimmenden Kohlen zusammenzuschüren. ״Arthur!" schrie Arabella erschrocken und entriß es ihm. Im ersten Augenblicke verstand er sie wirklich nicht, rasch aber besann er sich und bat auf's Neue um Verzeihung. ״Du darfst mir nicht böse sein, liebes. Kind, ich habe es wirklich nicht mit Absicht gethan. Aber du bist so schön, Bella, und wenn ich dich ansehe, da vergesse ich an Alles, natürlich des Sabbaths auch. Bist Du