Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1863)
- Article
- Deutschland : Königsberg [Nachricht]
- Date
- 1863-02-01
- Page
- 236 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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236 Grafen Schwerin, sowohl die von 1860 als die von 1862; nicht minder der Antrag des Referenten. Schließlich stellte ein Mitglied des Ausschusses den Antrag, auf die Virilstimmen der Rittergutsbesttzer zu verzichten, und mit Beibehalt der bisherigen Vorbedingnngen die Kreisstände auf das Princip der Wahl zu basiren, dergestalt, daß jeder der drei Stände ein Drittel der Mitglieder zu wählen habe. Dieß Pnncip empfehle sich schon darum, weil durch die Wahl ungeeignete Persönlichkeiten (Juden u. dgl.) mit Sicherheit ausgeschlossen würden. Außerdem sollten die Mitglieder aus Reisegeld und Diäten verzichten. Dieser Antrag wurde schließlich vom Ausschuß mit 9 gegen 3 Stimmen angenommen, und es läßt stch erwarten, daß der gesummte Landtag darauf eingehen wird. — Das Provinzialschulcollegium tu Posen hat kürzlich sämmtliche Direktoren der höheren Lehranstalten der Provinz Posen angewiesen, in den Programmen ״auch das Verhältniß der Religionen und Confessionen zu einander ersichtlich" zu machen und hinzufügt, ״daß, da der Ausdruck ״Confession" nur zur Bezeichnung der verschiedenen christlichen Religionsgemeinschaften üblich ist, der Ausdruck ״mosaische Konfession" als unstatthaft erscheint und daher da, wo er bisher zur Anwendung gekommen ist, in ״jüdische Religion" umzuwandeln ist." (F. I.) Bremen. Dieser Freistaat war in früherer Zeit höchst intolerant gegen Juden. In einer jüngsten Versammlung der Bürgerrepräsentauten ging das Gesetz, welches jeden Unterschied zwischen den verschiedenen Kulten aufhebt, mit einer Majorität von 99 gegen 19 durch. Die Folge dieses Gesetzes ist die völlige Emanctpation der Juden. Mit einem an demselben Tage votirten Gesetze wurden überdies alle bis dahin auf den Juden lastenden Rechtsbeschränkungen noch ausdrücklich aufgehoben. (I. C.) Erlangen. Einer der hervorragendsten medictnischen Lehrer und einer der vorzüglichsten Aerzte, Herr Dr. Herz, den die bayerische Regierung, weil er Zsraelite ist, nicht zum Professor befördern, sondern nur den Titel ״Ehrenprofessor" verleihen wollte (was Herr Dr. Herz zurückwies), will Erlangen und Bayern verlassen. Stuttgart. (Gleichstellung der Israeliten.) Die Regierung hat nach dem Wunsche des letzten Landtags, welcher die staatsbürgerliche Gleichstellung der Juden geregelt, auch über die gemeindebürgerlichen Rechte derselben eine Gesetzesvorlage ausarbeiten lassen, welche die vollständige Emancipation herbeiführen wird. Karlsruhe. Die Synagogenbaufrage (heißt es im F. I.) hat eineZeitungspolemik hervorgerufen. Die orthodoxe Partei widersetzt sich nämlich hartnäckig jeder Umgestaltung des Cultus; sie will vielmehr