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Jeschurun · 1863-02-01 · Heft 5 (Februar 1863) · p. 230

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 5 (Februar 1863)
Article
Drei Jahre in Amerika [Rezension]
Date
1863-02-01
Page
230 (sequence 4)
Language
German
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230 Drei Jahre In Amerika 1859—1862. Zusammen über jüdische Gegenstände — der Anfang zum Bessern war gemacht. Alle schlummernden lieben Erinnerungen der Bergangenheit wachten auf; man gedachte der so mächtig ergreifenden Feier des Versvhnungstages nnd man beratschlagte, wie man wieder einmal das Bersöhnungs- und Neujahrsfest nach alter Weise feiern könne auf fremdem Boden. Ein Zimmer wurde eingerichtet, ein Chasan, dem die alten, bekannten Melodien geläufig waren, fand sich — und der erste Gottesdienst, unter Thränen dos Schmerzes und der Freude, erhebend und begeisternd, wurde abgehalten. An manchen Orten blieb man bei diesen Anfängen stehen, an anderen ging man weiter oder wurde durch äußere Umstände weiter getrieben. — Das jüdische Herz mit seiner schönsten Blüthe, der Elternliebe, gedachte im Glücke der in der Heimath durstig lebenden Eltern; sie wurden aus Deutschland geholt; und der alte Bater und das fromme Mütterchen wollten sich an ihrem späten Lebensende nicht an unerlaubter Kost betheiligen. Den Söhnen blieb nichts übrig, als sich in die Wünsche der Eltern zu fügen und ein Schochet wurde angestellt. Die Institute, die eine jüdische Gemeinde btlden, waren somit bald vorhanden. In den größeren Städten, wo bereits jüdische Gemeinden vor- Händen waren, war der verschiedene Minhag der reichste Grund zur Bildung neuer Gemeinden. Auch die rasche Blüthe, in welcher sich bald die größeren Städte befanden, die eine größere, räumliche Ausdehnung des Städtegebtetes bewirkte, durch welche die Entfernungen zu bedeutend wurden, verursachte die Gründung neuer Gemeinden, die sich nun eine neue Synagoge bildeten. Freilich wirkten auch andere Umstände öfters mit. Die unbeschränkte Freiheit, welche Religionsgenossenschaften in Amerika genießen, führte häufig zu Zersplttterung der bereits bestehenden und gegründeten Gemeinden. Eine kleine erlittene Unbill, eine erfolglose Bemühung um ein Gemeindeamt genügte, um Anlaß zur Bildung einer neuen Gemeinde zu werden. Die Union zählt heute wenigstens 200,000 Inden, die über alle Staaten verbreitet, und überall ihre religiösen Institutionen ins Leben gerufen haben. Die jüdischen Gemeinden in einigen der vernehmlichsten Städte sind in!

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