Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1863)
- Article
- Schewat
- Date
- 1863-02-01
- Page
- 209 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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209 ZksaiaS und seine Welt. V. in diesen ein unverkünstelt erhaltenes natürliches Menschengesühl vorhanden gewesen, das vor dem Unmenschlichen hätte zurückschrek-- ken sollen. Die Sodomsherren' von Jerusalem fordert aber der Prophet auf das W o r t Gottes, das dortige Amoravolk aber das Gesetz unseres Gottes zu hören. 'דבר ד ist nicht zunächst das Gesetz, sonder» das den Willen und das Verhängniß Gottes überhaupt offenbarende Wort. Und eben das, die von Gott gegebene und bcabsichtigte Geschicks- und Geschichtsstellung des jüdischen Volkes war den Leitern, die ihres Volkes Geschick auf eigener Faust zu leiten in die Hand genommen, ganz aus dem Bewußtsein gekommen. Dem Volke aber fehlte das Bewußtsein, daß sie Gottes und nicht der Menschen- Herren seien; daß sie Gottes und nicht der Menschen Gesetz zu wahren hätten; daß das, was man ihnen als Surrogatfür Gottes Gesetz gegeben, mit Nichten das Gesetz Gottes sei, vor Allem aber, daß der Bruchtheil, den man sie von Gottes Gesetz erfüllen lehrte, nnd wie man ihn sie erfüllen lehrte, mit Nichten des ganzen übrigen Inhaltes des großen Lebens-Gesetzes zu erübrigen vermöchte. ״Was soll mir," so würde Gott sprechen, wenn sie ihn höreu wollten, ״was soll mir die Menge eurer Opfer, der Widder- Ganzopfcr und'des Fettes der Feisten bin ich satt, und das Blut der Stiere, Lämmer und Böcke habe ich nicht gewollt! Wenn ihr kommt, sei cs vor meinem Angesichte geschaut zu werdem; wer hat das von eurer Hand verlangt, meine Vorhöfe zu zertreken) -Bringt fürder nicht mehr vergebliche Gabe, verabscheute NäucheMng ist sie mir, Neumond und Sabbath äußere Verkündigungen sind's, ich ertrage nicht Sündentrotz und Festeshuldigung! Eure Neumonde und Festzeiten hasst meine Seele, zur Last sind sie mir geworden, müde bin ich sie zu ertragen. Auch wenn ihr eure Hände ausbreitet berge ich mein Angesicht vor euch, selbst wenn ihr viel betet höre ich nicht: eure Hände sind von Blutschuld voll!" Was hat man nicht alles aus dieser Stelle gemacht! Wie hat man sie nicht zum Ausgangspunkt jener Verführungstheorie gewißbraucht, mit welcher die heutigen Volksleiter an uns hinangctreten sind, und uns ihre Reform und ihr Judenrhnm durch das Borgeben mundgerecht machen wollten, sie stünden mit ihren Reformpläuen nur in den Fußtapfcn der Propheten! Die Propheten hätten