Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1862)
- Article
- Kislew
- Date
- 1862-12-01
- Page
- 113 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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ZesaiaS und seine Welt. III. 113 Grab gestürzt worden deine Hoheit, baS Rauschen deiner Zitter! Unter dich werden jetzt Würmer gebettet und es deckt dich die Motte! Wie bist du vom Himmel gefallen, glänzender Morgenstern! Wie zur Erde gefällt, entnervender Völkeralp! Und hast doch in deinem Sinne gemeint, den Himmel besteig ich, hebe über Gottes Sterne meinen Thron, nehme meinen Sitz auf dem Berg der Bestimmung im äußersten Nord, besteige die Wolkenhöhen, gleiche mich dem Hochsten; jedoch ins Grab wirst du gestürzt, in die äußerste Gruft! Wer dich sieht betrachtet dich, sinnt über dich: ist das der Mann, der die Erde erschütterte, der Königreiche beben, der die Welt zur Wüste machte, und seine eigenen Städte zertrümmerte, seine eigenen Gefangenen nimmer zur Heimkehr löste?! Alle Völker-Könige, sie alle ruhen in Ehren jeder in seinem Todtenhause, du aber bist wie ein verabscheutes Gewächs aus deinem Grabe geworfen, bekleidet mit Erschlagenen, mit auf Schwerdtcr Gespießten, die zu den Steinen der Gruft wie zertretenes Aas gefahren. Du wirst mit ihnen nicht im Grabe vereinigt; denn du hast dein eigenes Land verderbt, dein eigen Botk erschlagen, kein Name bleibe der Brut der Verbrechcr. Bereitet seinen Kindern die Schlachtbank um ihrer Väter Verbrechen willen, damit sie nicht aufstehen und die Erde erobern, damit die Welt wieder mit Städten sich fülle!" — Zcrstörungswuth gegen eigenes Volk und Land war selbst vor dem Tribunale einer Jnteressen-Politik als verbrecherischer Wahnsinn geächtet. Allein zwischen Volk und Volk galt nur die Gewalt und das nakte Diktat des Vortheils. Jede aufstrebende Macht war ״eine Wespe", ״eineBiene" für die andern (7 ״); Interesse aber, gegen einen gemeinschaftlichen Feind Front zu machen, oder sich gemeinschaftlich die Erbschaft eines vermeintlich ״armen Mannes" zu thetlen und einen ״Curator" zum gemeinschaftlichen Besten einzusetzen w. macht die unversöhnlichsten Feinde — für die Dauer des Interesses — zu Freunden. Um Juda, wie fast das Programm zu lauten scheint, in die Welt-Cultnr mit hineinzuziehen — um es ״aufzuwecken", mmptt (vgl. העיד intrans. und trans.) wie der treffende Ausdruck lauten würde, im Grunde aber, um es sich zu erobern und einen von ihnen, den Erobern, abhängigen König einzusetzcn, wurden Aram und Samarien — diese Todfeinde — Verbündete (7 ״). Um sich gegen Assur zu sichern