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Jeschurun · 1862-12-01 · Heft 3 (Dezember 1862) · p. 106

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 3 (Dezember 1862)
Article
Kislew
Date
1862-12-01
Page
106 (sequence 8)
Language
German
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106 KlSlew. Verkäufer und Käufer, Borger und Darleiher, Schuldner und Gläubig er — da haben wir die Faktoren dieser dem Untergange zueilenden Welt. Sie repräsentiren: Kirche, Staat, Haus mit ihren Gegensätzen der Geistlichkeit und dcS Laienstandes, der Herrschaft und her Unterthäntgkeit, der Selbstständigkeit und Zugehörigkeit. Es sind dies die Potenzen der Macht. Sie repräsentiren ferner den Verkehr mit seinen Gegensätzen der Produktion und des Consums, der Arbeit und des Capttals, des Anspruchs und derSchuld. Es find dies die Potenzen des Besitzes, Wir haben damit die gestaltenden Faktoren eines jeden Volkslebens, das sich auf Macht und Besitz für Besitz und Macht constituirt. Alle diese mächtigen Hebel der Gesellschaft, die alle auf ein Ziel hinarbeiten, zuerst der Natur, und dann einander die möglichste Summe von Gütern, und damit die möglichste Summe von Mitteln abzugewinnen, gehen an Einem Jrrthum zu Grunde, an dem Wahne nämlich: daß nur mechanische und physische Kräfte und Gesetze in Natur und Geschichte walten und somit dem Klügsten und Stärksten der Sieg über die Natur und die Concurrenz angehört; der aber ganz vergißt, daß über Natur und Gesellschaft Ein Gott gebietet, der das Sittengesetz als erste, ja einzige Basis der Stellung des Menschen zur Natur und der Stellung des Menschen zum Menschen gesetzt und setzt, und der nur um den Preis der Selbstunterordnung unter die Herrschaft dieses Sittengesetzes der Herrschaft des Menschen über die Natur und den gesellschaftlichen Vereinen der Menschen mit einander Dauer. und Heilesblüthe verleiht. Gott, 1׳, der für die Herrschaft seines Sittengesetzes die Menschheit durch die Gänge der Zeiten erzieht, Er winkt der Erde und sie wird leer, בוקק הארץ, versagt den Menschen ihre Güter und sofort ist allen den Potenzen der Macht und des Besitzes, die in Kirche, Staat und Haus und im socialen Verkehr in letztem Gründe auf Besitz fußen, der Boden unter den Füßen entzogen. Sie alle, die nur aus dem Streben nach Gewinnst und nach Sicherung des Gewonnenen ihr Dasein ziehen, verlieren die Bedeutung, sobald die Natur ihre Dienste versagt, sobald es nichts mehr zu gewinnen, nichts mehr zu verlieren gtebt. Die Erde wird leer, und je leerer sie wird, je mehr der Segen von ihr weicht, und je schwieriger es wird die Mittel zu Besitz und Macht zu erlangen, um so mehr verlieren alle die künstlichen Schranken,

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