Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 2 (November 1862)
- Article
- Rückblick auf jüdische Niederlassungen in Australien
- Date
- 1862-11-01
- Page
- 87 (sequence 2)
- Language
- German
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Rückblick auf jüdische Niederlassungm in Australien. 87 ein Jude den Posten eines Finanzmtnisters. Ihr geistiger Md moralischer Standpunkt ist der ihrer englischen Glaubensgenossen von denen sie herstammen, mit welchen sie auf das innigste verbunden sind und deren Ausrufe sie immer in freigebigster Weise entsprochen haben. Beweis hiefür ist der Beitrag den die Hauptgemeinden der südlichen Hemisphäre — Sydney, Melbourne, Adelaide dem Maroccp Relief Eomite zukommen ließen. Obwohl ihre Wohlthätigkeitsanstalten und Synagogen gehörig versorgt werden, so leidet ihre religiöse Bildung und Erziehung doch sehr unter dem Mangel genügender geistlicher Führung. Melbourne freilich hat zwei Prediger und wie wir glauben auch eine Schule, aber Sydney ist jetzt schon zwei Jahre ohne Geistlichen, wiewohl dies nicht an der Gemeinde lag, die sich große Mühe gab diesem schweren Mangel abzuhelfen, der jedoch wie wir mit Freuden erfahren {n Bälde gehoben sein wird. Wie es mit den übrigen Gemeinden in dieser Hinsicht steht, weiß I. Ehr. nicht; Correspondenzen berichten immer von einem traurigen Mangel an religiösen Führern. Ebensowenig haben die immer mehr entstehenden Gemeinden in irgend einer Weise sich irgend eine Organisation geistiger Gemeinschaft, sowie alle anderen religiösen Korporationen geschaffen. Und doch bedürfen diese Gemeinden eines solchen Centralkörpers mehr als in allen übrigen Weltthetlen, da sie durch den ungeheuren Ocean von allen übrigen jüdischen Niederlassungen getrennt, sowohl in religiösen als alle» übrigen Beziehungen nur auf sich selbst angewiesen sind. Wäre irgend ein gemeinschaftlicher Organisationsplan unter diese« zerstreuten Gemeinden, manches Uebel wäre gemildert oder gänzlich beseitigt, es wäre der Grund zu segensreichen Institutionen gelegt, die ihre guten Früchte für zukünftige Geschlechter tragen und Apathie, Zwietracht und ohne Zweifel auch viele Entfremdungen von der Synagoge verhindern würden. Prediger sind freilich in jenen Gegenden nicht in hinreichender Anzahl zu finden um den Bedürfnissen der Gemeinden zu genügen. Es könnten aber außer den stabilen Predigern in den größeren Gemeinden Reiseprediger angestellt werden. Es ist nicht leicht 10 oder 12 taugliche Prediger zu finden, die alles beiseite gelassen, doch irur eine sehr geringe Besoldung von den kleinen weniger wohlhabenden Gemeinden des Inlands erhalten könnten. Gewiß